SchnabelinaBag mini als Alltagstasche

Die SchnabelinaBag wollte ich schon ganz lange nähen. Dann kam Katharina von greenfietsen mit ihrem Taschen-Sew-Along 2016 mit dem März-Thema „die perfekte Alltagstasche“ – da war es um mich und die SchnabelinaBag geschehen.

Ich hatte zusammen mit den Stoffen für die Karnevalkostüme bereits das rote Kunstleder bestellt, als Dekopatches. Der lila Leinenstoff, der Hauptstoff der Tasche, hatte ich mir vor fast einem Jahr auf dem Stoffmarkt gekauft – eigentlich sollte daraus ein Wenderock für mich werden, der es aber außer der Überlegung im Kopf noch nicht weit gebracht hat. Daher wurde der Stoff nun zweckentfremdet – aber eigentlich müsste noch genug übrig sein. Dazu der flieder-lila Baumwollstoff mit Wellenmuster, der ebenfalls bereits seit langem hier liegt. Für die Innentasche wurde lila Baumwollstoff recycelt – das war einmal der Betthimmel der Babywiege meiner Tochter. Der rote Baumwollstoff ist ein Reststück von meinem ersten Quilt, den ich vor 20 Jahren genäht habe. Ich hoffe mal der Stoff ist nicht schon mürbe 😉

Und dann ging es ans Nähen. Ach nee, erst einmal Schnittmuster zurecht schneiden. Uff, ganz schön viele Teile. Alle Papierschnittmusterteile habe ich im Vorraus zurecht geschnitten und auf einen Haufen gelegt. Die Teile, die ich nicht brauchte (ich habe keinen Reißverschluss in die Seitennaht eingenäht) habe ich gleich zur Seite gelegt. Die Stoffe und Vlies und Vlieseline habe ich aber erst dann zurecht geschnitten, als ich sie brauchte. Und da kam ich dann ganz durch einander… Welches Teil soll ich jetzt wie oft und in welchen Stoff ausschneiden? Welches Stück ist Nr. 14? Und jetzt noch Nr. 10??? Ich dachte, ich hätte alles zugeschnitten… Den Oberstoff hatte ich schon längst wieder weg gepackt, als ich dann doch noch kleine Stückchen davon brauchte. Die Vlieseline musste ich dreimal wieder hervorkramen. Ich glaube bei der nächsten SchnabelinaBag werde ich gleich alles zurechtschneiden und in einem Aufwasch überall das Vlies/die Vlieseline aufbügeln. Und dann die Stücke schon ordentlich zurecht legen, jeweils mit dem Papiermuster oben dauf. Dann endet das Ganze nicht in so einem Chaos.

Genäht habe ich die Version mit offenen Reißverschluss. Ich hatte irgendwo gelesen, dass „mini“ recht klein ist und diejeniege froh war, einen offenen Reißverschluss eingenäht zu haben, weil der sich weiter öffnen lässt und man so besser alles in die Tasche tun kann.

IMG_20160312_105516Beim Nähen selber hatte ich keine wirklichen Probleme. Die Anleitung ist sehr detailiert und lies keine Fragen übrig. Dennoch habe ich es geschafft, eine Seite der Innentasche falsch herum anzunähen, so dass ich die Naht wieder auftrennen musste. Und dann beim Einsetzen der Innentasche in die Außentasche musste ich eine Weile überlegen, wohin mit dem Reißverschluss. Aber mit Hilfe der vielen Bilder habe ich auch dieses Problem gelöst. Ganz zum Schluss beim Absteppen – die letzte Naht – streikte dann aber meine Nähmaschine: Stoff zu dick! Eine Nadel ist auch abgebrochen. Weiternähen konnte ich dann an den Stellen, wo es besonders dick war (bei den Paspeln), indem ich am Handrad drehte und den Stoff per Hand weiterzog. Einige Stiche sind daher seehr lang… Vielleicht sollte ich hier und da noch mit der Hand nach nähen.

Aber die Tasche an sich ist klasse! Beim Zuschneiden und Nähen sind mir Zweifel gekommen, ob die Tasche nicht zu klein ist, aber sie hat die perfekte Größe. Sie hat einen recht breiten Seitenstreifen, wodurch die Tasche sehr geräumig ist. Ich habe sie gleich eingeräumt und meine alte „Winterhandtasche“ in die Ecke gepfeffert.Jetzt kommen fröhliche Farben!

IMG_20160312_110037IMG_20160312_110103Die Inneneinteilung habe ich mir vorher genau überlegt: die Breite meines Smartphones gemessen, einen Platz für einen Kugelschreiber in der Mitte gelassen und daneben ein Fach für Sonstiges. Alles passt perfekt rein.

Die Handgriffe habe ich weggelassen und nur einen verstellbaren Schultergurt genäht. Was anderes brauche ich nicht, ich hänge mir die Handtasche immer quer über die Brust, damit nichts rutscht und ich die Hände frei habe. Bei der schmalen Außentasche habe ich die Naht einfach mit einem Schrägband eingefasst. Man hätte auch Webband drüber nähen können, aber das hatte ich nicht zur Hand.

Außerdem habe ich wieder meine „unsichtbare Naht“ genäht, die ich euch hier bei der MAlotty gezeigt habe. Diesmal wollte ich nicht in das Kunstleder nähen, sondern habe direkt zwischen Paspel und Kunstleder genäht. Man muss zwar sehr sauber nähen, aber eine Naht auf den Dekopatches hätte mich gestört.

IMG_20160312_110229Und last but not least muss ich bei der nächsten Tasche genau drauf achten, in welche Richtung die Reißverschlüsse aufgehen – ich glaube, diesmal habe ich Glück gehabt und alles ist richtig herum, aber wenn da ein Reißverschluss entgegen der Gewohnheit geöffnet werden muss ist das ganz schön doof.

Eure begeisterte Charla – so knallig!

Verlinkt bei greenfietsen Taschen-Sew-Along 2016, Schnabelina, creadienstag, Handmade on Tuesday, DienstagsDinge, TT – Taschen und Täschchen und der kostenlose Schnittmuster Linkparty vom Nähfrosch

 

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3 Gedanken zu “SchnabelinaBag mini als Alltagstasche

  1. Jetzt muss ich echt schmunzeln, vieles kommt mir sooo bekannt vor! Vor allem der Kampf mit der letzten Naht und der abgebrochenen Nadel – da können wir uns echt die Hand reichen. Ich habe ja immer gleich alles fertig geschnitten, damit kam ich dann ganz gut zurecht.
    Aber die Mühe hat sich doch wirklich gelohnt – du hast eine wunderbar fröhliche Tasche gezaubert, mit der man jetzt bald herrlich in den Frühling starten kann. Ich ärgere mich inzwischen ein wenig, dass ich keine D-Ringe an meine Tasche genäht habe, vielleicht kann ich da doch noch etwas anbauen, denn so ein Gurt quer rüber fehlt mir doch!
    LG, Tyrsten

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    1. Danke für die lieben Worte. Habe mir gerade deine Tasche noch mal angeschaut. Denke es wird schwierig, da einen langen Schultergurt dran zu bekommen… Die Seitennähte zwischen Teil 11 und 12 auftrennen und Gurt reinstecken?? Aber wie dann zusammen nähen? Was mir an deiner Tasche und an dem Schnittmuster generell gefällt sind die oval-runden Patches über den Handgriffen. Das gibt der SchnabelinaBag neben den Decopatches noch das gewisse Etwas.lg Charla

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