Selbstversuch: die neue Overlock testen

8.40 Uhr
Jippieh – gestern habe ich mir eine Overlock gekauft. War im Angebot, gesehen, gekauft. Fertig. Immer wieder dachte ich mir, wie schön professionell die Nähte mit einer Overlock-Maschine aussehen. Dann dachte ich mir immer wieder „Brauche ich nicht, mit der Nähmaschine kann ich ja auch die Jersey-Kindersachen nähen.“ Dann kam wieder das Teufelchen „Aber so viel schöner!“ – „Ja, aber ich kann die Nähte doch auch mit meiner normalen Nähmaschine …“  das Teufelchen lies mich nicht ausreden. „Quark, das ist ja nur gewollt und nicht gekonnt. Kauf dir eine Overlock!“ Die Diskussion wäre wohl immer weiter gegangen, wenn nicht mein Mann mir das Angebot zeigte. Hingefahren, gekauft. Ich hoffe mal, dass hier „preisgünstig“ nicht gleich heißt „schnell kaputt“ und „nicht gut“ – ich habe ein bißchen im Netz geguckt und nicht wirklich was Negatives gelesen. Also: los gehts.

Mein erstes Overlock-Projekt: ein Schlafanzug für meine Tochter. Die Arme: alle ihre Schlafanzüge sind viel zu klein und sitzen total knapp und eng. Muss richtig ungemütlich sein in der Nacht. Daher hatte ich ihr auch einen neuen mit Anna und Elsa gekauft, damit wenigstens einer passt. Das Kaufen kostete einen Menge Überwindung. Das geschah aber zur Zeit als ich die Sporttasche nähte, und da war meine Nähschaffenskreativität ganz und gar auf die Tasche konzentriert. Aber jetzt!

Ich habe mir das Schnittmuster „Day & Night“ von nEmadA herunter geladen, werde davon aber nur die Hose benutzen. Als Oberteil verwendete ich den  altbewähren „Paul“ von Pattydoo – das Shirt passt, da gibt es kein Risiko und beim „Day & Night“-Oberteil sind eine Art von Puffärmeln eingeplant – einmal eine Falte in der Mitte legen. Das finde ich nicht so schön.

Und jetzt geht es ans Nähen! Bis später.

9.30 Uhr:
So, jetzt habe ich die Maschine zum ersten Mal eingefädelt. Die Anleitung und die farbliche Skizze wo welche Faden entlang geführt werden müssen, sind perfekt. Auch steht in der Anleitung genau, wie man nach dem Einfädeln zunächst vorgehen soll. Am Handrad drehen, gucken ob sich die Fäden dabei ziehen lassen und ein paar Stiche ohne Stoff nähen. Dann Stoff dazu nehmen und ausprobieren.

Ich muss noch genau gucken, wo genau der Stoff entlang geführt werden muss. Es gibt ein Kantenlineal, aber irgendwie wurde verdammt viel Stoff abgeschnitten. Und ich muss mir mal die Naht angucken und mit der Anleitung vergleichen, ob überall die Fadenspannung gut ist.

Öhm… welches in denn jetzt welcher Faden?? Der untere Greiffaden ist gut zu erkennen, der ist grau. Ahh ja, die anderen erkenne ich jetzt auch. Also: linke Nadel zu locker, obere Greiferfaden zu fest und untere zu locker.

9.45 Uhr:
So, dass sieht doch ganz gut aus. Vier Probenähte gemacht, Spannung scheint überall ganz gut zu sein, das mit dem Abstand und wieviel dann abgeschnitten wird habe ich auch ganz gut hinbekommen. Also kann es mit der Hose losgehen. Oder, hhm, ich schau mir vorher noch mal ein Video an, damit ich sicherer im Umgang mit der Maschine werde.

10.00 Uhr:
Hhm, Manchmal sind Videos ja echt ganz schön laaangatmig. Ich will ja nur ein paar bestimmte Dinge wissen bzw. mal sehen, aber in einem Video genau das zu finden, was man braucht ist schwierig. Also: ich habe gelernt: ich sollte den Differentialtransport bei Jersey einstellen. In der Anleitung steht das Kapitel „Differentialtransport“ direkt hinter „Hohlsaum, schmale Kanten oder Picotkanten“ und in diesem Kapitel lautet der erste Satz „für dünne Stoffe wie Cepe de chine, Georgette oder Seide…“ – daher dachte ich, das gilt auch für den Differentialtransport und habe gleich umgeblättert. Also doch lieber genau lesen, dort steht nämlich „durch den Differentialtransport werden wellige Nähte in gestrickten Stoffen vermieden…“. Also: mal sehen wie das geht.

10.10 Uhr:
Wow, das ist cool!! Keine Wellen, alles schön glatt. Super! Genug rumprobiert, jetzt kommt die Schlafanzughose dran. Wenn ich da zu viel Stoff abschneide oder zu wellig ist, ist das auch nicht schlimm. Los geht’s.

10.23 Uhr:
Okay, Hosenbeine fertig, bis aufs Bündchen, die muss ich noch zuschneiden. So ganz herausgefunden habe ich noch nicht, wann man wie die Näht versäubern muss. Im Schritt zum Beispiel wurden die Nahtenden ja beim Zusammennähen übernäht und dann abgeschnitten. Reicht das? Ist die Naht da jetzt sicher? Und jetzt unten, wenn ich da ein Bündchen annähe? Welche Naht muss ich mit einer Stopfnadel wo durchziehen zum Vernähen? Hhm, ich muss wohl doch noch mehr Videos gucken :-).

10.40 Uhr:
Okay, danke, Pattydoo, ich habe bei der Schrittnahe alles richtig gemacht. Ich liebe das Internet! Herzlichen Dank für all die tolles Infos, Anleitungen und Videos die man da findet.

Aber jetzt geht es ans Bündchen zuschneiden und annähen.

11.00 Uhr:
Beide Beinbünchen unten sind dran. Leider etwas zu weit, weil der Stoff doch sehr dehnbar ist, aber das bleibt jetzt so. Spannend war es hier zu üben, den Stoff richtig unter die Nadel zu bekommen. Jetzt hatte ich ja keinen Stoffanfang, sondern einen Ring und so musste ich schräg in den Stoff hinein nähen. Auch habe ich jetzt das Kantenlineal weg gelassen, da ich mit dem nicht so nah an die Nadel kommen kann. Und da ich hier beim Bündchen immer ordentlich dehnen musste, brauchte ich Platz dafür. Aber auch ohne Kantenlineal war der abgeschnittenen Streifen recht gleichmäßig. Jetzt geht es ans Bauchbündchen.

11.20 Uhr:
Hose fertig! Hier ist das gute Stück, ganz unspektakulär:

Im Schnittmuster steht nix von Gummiband, Bündchen soll reichen. Da das aber so ein labberiges Bündchen ist, befürchte ich, dass es nicht hält. Aber erst einmal abwarten.

Zunächst ist das erste genähte Teil mit der neuen Overlock-Maschine ein Grund zum Freuen und damit gehts hiermit zum ersten Mal zum Freutag.

Eure Charla, die hofft, das sie am Wochenende (oder heute abend 🙂 ) dazu kommt, das Shirt nähen zu können.

Verlinkt beim Freutag

 

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2 Gedanken zu “Selbstversuch: die neue Overlock testen

    1. Danke schön. Eine „TecStar“ – nichts besonderes, ganz einfach und „preisgünstig“. Zum Ausprobieren genau richtig. Ich habe schon am Shirt weiter genäht und mir ist zweimal der Faden gerissen – ich hoffe mal, dass es nicht so weiter geht 😦
      lg Charla

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