Zwei Kuschel-Kapuzen-Jacken

Endlich ist es warm geworden – am Wochenende z.B. schien schon wieder die Sonne. Ist ja alles ganz toll, aber oft weiß ich nicht, welche Jacken die Kinder morgens anziehen sollen. Die dicken Winterjacken sind zu warm, die Herbstkind-Sew-Along-Softshell-Jacken (die Gott sei Dank noch passen) aber oft zu kalt. Die sind zwar schön winddicht und etwas regenfest, aber nicht wirklich kuschelig.

Und genau solche Jacken brauchen wir jetzt: schön kuschelige Sweatshirt-Jacken, die man am späten Nachmittag oder abends schnell mal überziehen kann, wenn man noch draußen im Garten oder auf dem Spielplatz ist und die Sonne nicht mehr scheint. Dann ist es nämlich von jetzt auf gleich richtig kühl. Daher habe ich „auf die Schnelle“ diese zwei Jacken produziert:

Stoffauswahl:
Mein Sohn war beim Stoffkauf dabei, sonst wäre alles anders gekommen. Der Stoffladen war klein und die Auswahl nicht sehr groß. Ich wollte die Stoffe aber anfassen, daher wollte ich nicht online kaufen. Sommer-Sweat, von dem eine größere Auswahl da war, war mir aber zu dünn. Hhm, was tun? Ganz oben lagen 5 Ballen von Sweatshirt-Stoff mit einer kuscheligen Pelzinnenseite. Ganz viel Polyester, wenig Baumwolle. Eigentlich auch zu dick. Blöderweise zog ich trotzdem einen Ballen runter, nur mal anfassen. „Denn will ich haben, der ist schön kuschelig!“ – „Tja, na gut, vielleicht lieber den? Da passt die Farbe besser“ – „Nein, der ist nicht so kuschelig.“ Da hatte er recht. Und dann musste für Schwesti natürlich ein ähnlicher Stoff gekauft werden, der allerdings ein bißchen dünner ist. Bei ihr lautete die Bestellung „lila“.

Sticken:
Wir haben die Jacken auch wieder gemeinsam geplant. Mit vielen Stickereien wie bei den Softshell-Jacken. Mein Sohn wollte ein rotes, ein grünes, ein blaues und ein gelbes Rennauto. Ich habe ihn auf zwei Rennautos runter gehandelt (wird sonst langweilig), dafür dann aber noch eine Zielflagge, einen Pokal und eine Rennstrecke dazu.

IMG_20160416_113051IMG_20160416_112938IMG_20160416_112916Meine Tochter wollte Schmetterlinge und ein Herz. Bei ginihouse3 bin ich fündig geworden und habe die Datei „Vogelgezwitscher“ gefunden.

IMG_20160416_113255(1)IMG_20160416_113205IMG_20160416_113150Die unteren Flügel sind jeweils mit Glitzergarn gestickt – das musste sein :-). Das Stickmuster „Herz-Flügel“ für den Rücken fand ich passender, als einfach so ein Herz dazu zu nehmen.

IMG_20160416_113333Es hat Spaß gemacht, mal wieder so viel zu sticken und die passenden Farben raus zu suchen. Gott sei Dank habe ich vorher recherchiert zu „Sticken auf Sweat“ und bin auf den Hinweis gestoßen, dass man auf jeden Fall das Stickvlies unten drunter draufkleben sollte. Entweder per Sprühkleber oder selbstklebendes Vlies. Ich hatte letzteres noch zu Hause, daher habe ich das genommen. Ich dachte, es wäre von der flauschigen Rückseite schlecht abzukriegen, was aber nicht der Fall war. Kleine Stellen, die kleben geblieben sind, liesen sich leicht entfernen, indem ich den Stoff in warmen Wasser einweichte.

Der zweite Tipp, den ich las, war aber noch besser: Lege auf die Vorderseite Avalon-Film drauf. Hä? Was ist das denn schon wieder? Nachgelesen: „Avalon-Film verhindert u.a. das Versinken der Stiche“. Gerade bei meinem flauschigen dicken Stoff wären die Stick-Stiche ordentlich versunken.

Durch beide Tipps habe ich schöne Stickereien, die nicht verzogen sind und schön ordentlich oben auf dem Stoff liegen. Daher hier mein Tipp 13.

Tipp 13:

Beim Sticken auf Sweatshirt-Stoff, der zudem sehr elastisch ist, solltet Ihr selbstklebendes Stickvlies unterlegen oder das Vlies mit Sprühkleber festkleben, sowie Avalon-Film auf den Stoff oben auf legen. Das Vlies verhindert das Dehnen des Stoffes, der Avalon-Film das Versinken der Stiche im Stoff und stabilisiert zusätzlich noch.

Nähen:
Das Nähen war diesmal besonders spannend, weil ich zwischen meinen beiden Maschinen zum ersten Mal wechseln musste. Die Schlafanzüge hatte ich ja komplett auf der neuen Overlock genäht. Hier aber kam z.B. beim Reißverschluss annähen, bei den Taschen aufsetzen und dann auch bei dem Annähen der Kapuze die Nähmaschine zum Einsatz. Die Kapuze hätte ich wahrscheinlich auch mit der Overlock annähen können. Aber da bei dem Schnittmuster der Beleg der Kapuze um das Reißverschlussende gelegt und dann festgenäht wird, so dass der Reißverschluss geschlossen ist und ein Kinnschutz entsteht, war mir das mit der Overlock und dem Messer zu waghalsig. Was ist, wenn nur ein ganz kleines Stück von dem Reißverschluss abgeschnitten wird? Wenn das durch die Gegend fliegt ist bestimmt nicht gut, oder das Messer der Overlock wird ganz schnell stumpf.

Das Schnittmuster:
Ich habe den Jogginganzug „Maren“ von Farbenmix gewählt. Bei meinem Sohn habe ich an den Seiten einfach gerade runter geschnitten, so dass nur die Tochter-Jacke leicht tailliert ist. Aber das fällt bei dem weiten Schnitt eigentlich kaum auf. Der Schnitt ist sehr einfach gehalten, was nicht von Nachteil ist, und wirklich Anfänger geeignet. Die Bildanleitung online ist ganz okay, auch wenn das gewählte Modell etwas ungünstig ist: dunkelblau. Man erkennt manchmal nicht, was genau auf dem Bild zu sehen sein soll. Es fehlt manchmal die Bezeichnung „von rechts nähen“ oder „von links“ ebenso der Hinweis, dass man zwischendurch ruhig mal bügeln sollte. Was ich aber toll finde an dem Modell ist, dass der Kinnschutz und der Beleg der Kapuze in einem genäht wird, man sieht es gut bei dem Foto von meinem Sohn unten. Eine saubere praktische Lösung und der Abschluss des Reißverschlusses ist perfekt und einfach. Toll.

Resümee:
Die beiden Jacken passen perfekt, sind ausreichend groß, aber nicht zu groß. Die Jacke meines Sohnes ist etwas größer, was ich auch erwartet hatte – da musste ich auch die Ärmel um 3 cm kürzen. Die Stoffe sind eigentlich doch ganz gut, auf jeden Fall schön kuschelig und für den Einkaufstag am Samstag waren sie perfekt. Die Jacke meiner Tochter ist etwas dünner, so dass die beiden nicht immer im Partnerlook rumlaufen können. Die leuchtenden Farben bei den Stickereien und die geringelten Bündchen machen den ansonst farblosen Stoff wieder wett.

IMG_20160416_104618Spannend war auch, dass das ganze Projekt „Kuscheljacken“ innerhalb einer Woche entstanden und beendet wurde:

Sonntags: Idee
Montags: Stoff- und Schnittmusterkauf
Dienstags: Ausschneiden des Schnittmusters und des Stoffes
Mittwochs: Besticken der Sohn-Jacke bis auf ein Stickmuster
Donnerstags: Sohn-Jacke zu Ende bestickt, Stickgarn für Tochter-Jacke gekauft
Freitags: Besticken der Tochter-Jacke, Nähen der Tochter-Jacke bis auf Armbündchen (zum Längemessen), Beginn Nähen der Sohn-Jacke (Vorder-, Rückteil, Ärmel).
Samstags: Fertignähen der Sohn-Jacke, Annähen der Armbündchen bei Tochter-Jacke und nachträgliches Anbringen eines Aufhängers (vergesse ich immer gerne). Samstag vormittag: Fertig!

Eure Charla, die jetzt schon überlegt, ob sie noch die passenden Hosen dazu nähen soll. Ich habe aus Versehen die komplette angegebene Menge Stoff gekauft, so habe ich also noch genug Stoff für die Hosen übrig :-).

Verlinkt bei creadienstag, Handmade on Tuesday, DienstagsDinge, Made4Boys und Meitlisachen

 

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