Protestaktionen gegen die Ausbeutung von Näherinnen in der Bekleidungsindustrie

Durch verschiedenen Beiträge hier in Internet bin ich etwas ins Grübeln geraten. Zum einen natürlich wieder durch Susanne von mamimade. Sie kritisiert auf ihrem Blog die industrielle Bekleidungherstellung. Mode-Konzerne sollen in Verantwortung gezogen werden für die faire Bezahlung der Näherinnen. Im letzten Jahr gab es den This-is-not-okay-Katalog, in dem Nähbloggerinnen sich in ihren selbstgefertigten Kleidungsstücke zeigten – und zwar nur selbstgefertigte. Mit dieser Aktion machten die Nähbloggerinen darauf aufmerksam, dass Mode-Konzerne sehr wohl dafür Verantwortung tragen, dass in ihrer Produktionskette durchgehend Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden müssen.

Nun ruft sie zum Fashion-Revolution-Day 2016 auf, der jedes Jahr am 24. April stattfindet. An diesem Datum stürzte 2013 das Gebäude einer Nähfabrik in Bangladesh ein, über 1000 Personen starben, über 2400 wurden verletzt. Frauen, die dort genäht haben, starben, weil ein Liefertermin mehr wert war als ein Menschenleben.

Kristin von PiexSu kreidet die gleichen katastrophalen Mißstände mit ihrer 365 Tage ohne-Challenge an. 365 Tage keine industriell hergestellte Bekleidung kaufen (kleine Ausnahmen wie BHs sind erlaubt). Man kann sich dort verlinken und teilnehmen. Inspiriert wurde sie durch einen Blogbeitrag von Leipzigmama, gestoßen bin ich auf die Aktion durch einen Eintrag von Claudia von Lernen muss gelernt sein.

Jetzt komme ich zu mir. Am Montag, an dem Tag, als die 365-Tage-ohne Challenge von Kristin begann, kaufte ich mir eine neue Jacke und zwei neue Jeans. Nicht im Billigladen, sondern hochwertige Produkte, aber auch da kann man ja nicht sicher sein, was wo in der Produktionskette passiert. Ich nähe Kleidung und Taschen selber – Kleidung überwiegend für meine Kinder.

Warum so wenig für mich? Ich habe bisher zwei Kleider für mich genäht – das eine war ein Abendkleid und war super, das andere ein Jerseykleid, was nicht gut sitzt und im Schrank versauert. Shirts die ich für mich genäht habe? Sind auch nicht meine Lieblingsbekleidungsstück, die ich täglich trage. Irgendwie sitzt alles nicht so ganz wie es soll. Jeans selber nähen? Um Gottes Willen, da habe ich Respekt vor. Aber – nun kommt das aber! Warum eigentlich? Ich habe schon viele Blogbeiträge über Jeansnähen gelesen und ich könnte es schaffen. Ich muss mir ein paar Grundschnitte für Shirts, Hosen, Röcke erstellen, die dann absolut perfekt auf meine Figur zurecht schneiden und dann kann ich für mich selber in die Mini-Produktion gehen! Jawoll! Jacken nähen – für meine Kids tue ich es, dann kann ich es doch auch für mich versuchen, oder? Ein Hemd für meinen Mann? Die nächste Herausforderung.

Uff. Schaffe ich das?

Also: eins nach dem anderen. Ja, ich möchte mich den Aktionen gerne anschließen, und ja, ich möchte auch meinen Beitrag dazu leisten.

Auch ich werde nun versuchen, die nächsten 365 Tage für mich keine Kleidungsstücke zu kaufen und werde es versuchen, dies auf meine Kinder auszuweiten. Bisher habe ich z.B. Unterwäsche für sie gekauft oder mal ein Shirt zwischendurch, wenn ich nicht zum Nähen gekommen bin. Aber das versuche ich nun auch zu vermeiden.

Ich werde mit kleinen, einfachen Dingen anfangen, mir ein Konzept zusammen basteln, was ich wann für wen nähen möchte und dann Stück für Stück ab arbeiten.

Den Anfang wird ein einfaches Shirt für mich machen, das Lady-Pepe-Shirt von mialuna. Ich habe das Schnittmuster schon hier liegen und soeben Maß genommen: in Größe 38 stimme ich in allen Messwerten überein! Nahezu identisch! Dann muss das Shirt doch perfekt sitzen, so dass es nicht im Schrank versauert, oder? Bei anderen Schnittmustern ist das nicht immer der Fall, meist habe ich irgendwo einen enormen Ausreißer in den Werten und weiß dann nicht, wie ich den Schnitt ändern kann. Aber so ist doch die Ausgangssituation optimal und ich hätte schon mal einen Grundschnitt für meine Mini-Produktion. Mal sehen ob mein Plan aufgeht.

Eure hochmotivierte Charla

Verlinkt beim Startschuss der 365 Tage ohne Challenge bei Kristion von PiexSu

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3 Gedanken zu “Protestaktionen gegen die Ausbeutung von Näherinnen in der Bekleidungsindustrie

  1. Jaha! Angefixt! Ich finds gut, dass du dabei bist! Und übers Jacken nähen musst du dir ja keine Gedanken machen, du hast ja gerade eine gekauft 😉
    Zum Schnittmuster Anpassen: Ich habe derzeit ein Buch von einer Freundin hier liegen (Kleider nähen), da wird Schritt für Schritt erklärt, wie man Schnittmuster anpasst (natürlich keine Hosen). Schreib mir doch mal eine Email (Adresse findest du in meinem Impressum), dann schick ich dir Fotos von den Seiten. Das ist wirklich super und idiotensicher! Ich hab es gestern auch geschafft 😀

    Gefällt mir

    1. Ja, danke fürs anfixen 🙂 . Das Buch habe ich auch, finde ich auch total toll, habe bisher aber nur drin geblättert und mich noch nicht richtig mit auseinander gesetzt. Das würde ich dann jetzt aber im Rahmen der 365 Tage ohne-Challenge dann aber machen.
      lg Charla
      P.S. Bin gespannt, was du aus dem Buch gezaubert hast

      Gefällt 1 Person

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