Unterhosen für den Sohn

Mitgehangen, mitgefangen. Ich mache bei der 365-Tage-ohne-Challenge von PiexSu mit: 365 Tage ohne Kleidung zu kaufen. Für mich und meine Kinder. Jetzt habe ich keine Ausrede mehr: mein Sohn braucht Unterhosen! Bisher hatte ich diese gekauft. Warum auch immer. Irgendwie bin ich früher nicht auf den Gedanken gekommen, so Sachen wie Socken und Unterwäsche zu nähen. Bald werden auch Unterhosen für mich dran sein. Aber jetzt werden erst einmal für meinen Sohn welche genäht. Unterhemden erbt er von der großen Schwester, aber bei den Unterhosen geht das nun mal nicht.

Und da kann es ja kunterbunt werden – warum immer weiß? Resteverwertung schlechthin. Im Netz geguckt, ein schönes Ebook bei Nicole von nicibiene gefunden und los gehts.

Ich habe mir eine Unterhose (Gr. 92/98) von meinem Sohn dazu gelegt. Sie ist etwas kleiner als die Vorlage von nicibiene, daher habe ich deren Schnittmuster auf 80 % ausgedruckt. Das müsste passen. Oder ist das jetzt ein bißchen klein?? Hhm. Die erste Unterhose ist fertig, in knapp einer Stunde genäht, und ich möchte gleich weiter machen. Seitennaht links habe ich aus Versehen mit einem Zickzackstich abgesteppt, dafür die rechte gar nicht 🙂 und die Seiten sind nicht ganz exakt geschlossen, aber so als Prototyp ist sie schon mal ganz vorzeigbar.

Wir sollten erstmal testen, ob er sie trägt und ob sie passt. Genau die gleiche Weite wie seine gekaufte hat sie, am Popo ist ein bißchen weniger Stoff, das ist vielleicht erstmal ungewohnt, aber die gekaufte ist dort auch eigentlich zu groß.

Abends, 18.00 Uhr. Ich habe meinem Sohn die neue Unterhose gezeigt und er ist übergeschäumt vor Begeisterung. Er findet sie so genial mit den Autos drauf. Da wird es ein leichtes sein, ihn morgen früh davon zu überzeugen, sie anzuziehen. Werde gleich den Anziehstapel zurecht legen.

Nächster Tag, morgens, 7.30 Uhr. Unterhose passt – wenn auch nur ganz knapp. Ich werde sie jetzt auf 85 % ausdrucken und dann in Massenproduktion gehen. Ich habe festgestellt, dass mein Sohn Unterhosen in zwei Größen trägt: einmal 92/98 und einmal 104/110. Ich halte mich jetzt an die 104/110-Hose, dass dürfte in etwa dem 85%-Ausdruck entsprechen. Das Bündchen oben bleibt aber in der Weite, das ist perfekt und nichts rutscht. Dafür wird es aber in der Höhe um 3 cm geändert, von 7 cm auf 10 cm. Er braucht oben ein bißchen mehr zum Anfassen. Ich bin begeistert, freu mich gleich schon aufs Nähen.

Vormittags, 10.00 Uhr. Der Zuschnitt ist fertig, fünf weitere Hosen sind geplant. Ich sitze jetzt seit etwas über einer Stunde an der Unterhosenproduktion, habe alle Stoffreste rausgekramt, Kombis zusammen gestellt, ausgeschnitten und passende Bündchen zurecht geschnitten. Nun liegen die fünf Zuschnitte auf dem Nähtisch und warten darauf zusammen genäht zu werden. Auf gehts. Hinten sind übrigens alle Hosen einfarbig.

12.00 Uhr. Uff. Soviel zur Massenprodution. Ich habe drei Hosen fertig. In zwei Stunden… Nicht sehr produktiv. Die anderen beiden müssen warten. Ich hoffe, dass sie jetzt nicht zu weit geworden sind, es ist etwas schwierig die Bündchenweite genau festzulegen. Mal ist das Bündchen etwas elastischer, da muss es wenige Zentimeter kürzer genäht werden, mal ist es ganz schön fest. Ich habe extra die ganz labberigen Bündchenstoffe nicht verwendet, die Hosen sollen ja nicht rutschen. Das rote Bündchen ist etwas schmaler, da hatte ich nicht mehr genug Stoff.

Noch ein Tag später, 10.50 Uhr: mein Sohn ist heute mit der Roboter-Unterhose unterwegs – passt diesmal perfekt, nichts zu eng, nichts zu weit. Dass bei den anderen Hosen das Bündchen etwas höher ist ist allerdings eindeutig besser. Mit 85%-Ausdruck entspricht die Größe also der gekauften 104/110-Unterhose. Die Roboter-Unterhose fand er total cool, dazu die mit der Pistole natürlich. Als er heute dann seine normale Hose hochzog, war er ganz traurig, dass jetzt die Unterhose verschwindet 🙂 .

Heute ging es etwas zügiger: in einer knappen Stunde habe ich zwei Unterhosen genäht, die zweite war sogar in etwas mehr als 15 Minuten fertig. Ich habe jetzt raus, dass ich die Seitennaht lieber mit der normalen Nähmaschine schließe, alle anderen Nähte aber mit der Overlock. Die Zick-Zack-Stiche am Beinabschluss und am Bündchen gingen zum Schluss auch recht zügig, beim Bein habe ich nur noch den Stoff umgeschlagen und festgenäht. Zum Schluss alles schön dämpfen, fertig.

Fazit:
gut zum Resteverbrauch, der Sohn freut sich und die Hosen sehen genial aus. Mal schnell einfach so ist so eine Unterhose nur fertig, wenn man mehrere hintereinander näht, es sind doch viele unterschiedliche Schritte zu erledigen mit zwei verschiedenen Maschinen. Wenn man meine Arbeitszeit hinzurechnen würde, wären die Hosen definitiv nicht kostengünstig 🙂 , dafür ist aber jede individuell.

Eure unterhosenproduzierende Charla

Verlinkt bei Kiddikram, Made4Boys, kostenlose Schnittmuster Linkparty vom Nähfrosch und bei der 365 Tage ohne-Challenge von PiexSu

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Ein Gedanke zu “Unterhosen für den Sohn

  1. Für manch eine wäre das jetzt richtig peinlich, also in meiner Situation 😀 Normalerweise verlinke ich ja keine Beiträge von mir bei anderen… Aber schau dir doch mal bitte an, welchen Stoff ich für meine Unterhose gewählt habe 😀

    https://lernenmussgelerntsein.wordpress.com/2016/04/28/das-letzte-stueck-gummiband/

    Mir gefällt der Stoff wirklich gut 🙂 Und deine Unterhosenkreationen sind wirklich toll geworden! Ehrlich gesagt, kann ich es bei dem weißen Teil richtig gut verstehen, dass dein Sohn sich tierisch über die bunten Unterhosen gefreut hat.

    Liebe Grüße
    Claudia

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