Mein erstes Hemd – mein Freund der Nahtauftrenner

Und weiter geht es in der 365 Tage ohne-Challenge, Woche 2. Gekauft habe ich vergangene Woche keine Klamotten, bin noch nicht einmal in Versuchung geraten. Aber es fehlen doch hier und dort ein paar Sachen. Mein Mann trägt immer Hemden, und manchmal möchte mein Sohn das Gleiche tragen wie der Papa. Es braucht also keinen besonderen Anlass damit mein Sohn mit Hemd rum läuft. Neulich kam er wieder auf die Idee er wolle ein Hemd anziehen. Wir begutachteten seine zwei Hemden, das eine zog er auch an, aber es war viel zu klein. Das zweite auch. Also: neue Hemden braucht der Sohn. Nun gut, ich liebe Herausforderungen.

Als Schnittmuster habe ich Oscar von ki-ba-doo rausgesucht, weil ich das mit der Kapuze und den Jersey-Ärmeln witzig finde. Meinem Sohn wird das gefallen. Aber das erste Hemd soll ganz klassisch mit langen Ärmeln werden. Also auf in den Stoffladen, Hemdenstoff kaufen. Wir guckten gleich bei den karierten Stoffen, damit er wirklich ganz wie der Papa rumläuft. Zuerst wollte er ganz große schwarze Quadrate, an die 3 cm breit. Nee, das geht ja gar nicht. Ich zeigte ihm die kleinkarierten hellblau oder grauen Stoffe, aber die wollte er nicht. Hhm, dann eben rot, aber nicht die ganz großen Quadrate. Na gut, meinte er, dann aber die halbgroßen! Also läuft mein Sohn nun wie eine Tischdecke rum! Er hat’s nicht anders gewollt. Und nein, der Papa läuft nicht in solchen Hemden rum 🙂 .

Dann ging es ans Nähen. Mein erstes Hemd! Ob nun für großen oder kleinen Mann ist ja egal, aber: das erste Hemd. Gleich zu Beginn habe ich die Knopfleiste nach innen gebügelt statt nach außen und dann festgenäht. Aber im Vergleichshemd sah das irgendwie anders aus … also: auftrennen und anders herum feststeppen.

Später dann: der Schlitz im Ärmel. Da habe ich die Anleitung überhaupt nicht verstanden, schon beim ersten Mal durchlesen nicht. Aber ich dachte mir, ich würde es verstehen, wenn ich das Problem unter der Nadel habe. Drauflos genäht, versucht zu verstehen, so gemacht, wie ich es mir gedacht habe – und wieder aufgetrennt 🙂 . Das war nix. Also im Internet gesucht, ein bißchen rumgeclickt, weil es mehr als eine Art und Weise gibt einen Schlitz in ein Hemden-/Blusenärmel einzuarbeiten. Schließlich bin ich bei diesem Bernina-Workshop mit ganz tollen Fotos gelandet. Genau das was in der Ki-ba-doo Anleitung gemeint ist, wird hier mit Detailfotos erläutert. Uff, Glück gehabt. Ersten Ärmeln problemlos genäht. Einfach! Aber dann beim zweiten Ärmel war wieder der Nahtauftrenner mein liebster Freund: ich kann bei meinem Stoff nicht rechte von linker Seite unterscheiden und hatte daher den Schlitz falsch rum genäht. Also: wieder auftrennen, anders herum klappen, wieder festnähen. Dann war alles richtig und wenn man es einmal versteht auch ganz einfach.

Beim Ärmel annähen muss man dann genau auf die Einschnitte achten, aber das hat gut geklappt – kein Nahtauftrenner. Alles zusammen nähen: alles gut geklappt – kein Nahtauftrenner. Steg an Rückenteil festgenäht: keine Nahtzugabe überstehen gelassen – diesmal kam also der Nahtauftrenner wieder zum Zuge. Danach war das Kragenfertignähen aber einfach, die Anleitung verständlich. Es fehlt dort nur öfter mal der Hinweis, dass man bügeln sollte. Auch muss man drauf achten, von wo bis wo der Kragen eingenäht wird, damit er zum Schluss an der richtigen Stelle sitzt. In der Anleitung steht dazu erst drei Bilder später etwas, so dass ich noch mal neu stecken musste. Aber besser neu stecken als auftrennen und neu nähen 🙂 . Erstaunlicher- und erfreulicherweise sieht der Kragen gut aus, alles passt und die Ecken sind schön ausgearbeitet. Dafür dass das mein erster Hemdkragen ist bin ich begeistert.

IMG_20160430_195644Danach habe ich die Knopflochlöcher genäht. Da hatte ich Respekt vor, noch nie gemacht, und wenn das nicht klappt, kann ich das ganze Hemd gleich ganz sein lassen. Also habe ich mich zum ersten Mal mit dem Knopflochnähprogramm meiner Maschine auseinander gesetzt und eine tolle Entdeckung gemacht: es gibt einen sogenannten Knopfhalter als Nähfuß. Im hinteren Teil wird der Knopf eingespannt und im vorderen Teil wird das Knopfloch in genau der entsprechenden Größe genäht. Fantastisch! Ich wollte erst nicht glauben, dass es funktioniert, weil das genähte Probeknopfloch so groß aussah, aber an meinem Vergleichshemd habe ich dann gesehen, wie groß Knopflöcher sind. Also mutig die Knopflöcher auf der Knopflochleiste angezeichnet, Hemd unter die Nadel gelegt und in einem Schwung alle Knopflöcher genäht inkl. dem querliegenden oben am Hals. Fantastisch! Und da hatte ich Angst vor???

IMG_20160430_195731Weiter geht’s mit den Manschetten. Erster Schritt: bügeln. Kriege ich hin. Zweiter Schritt: Schlitz nach innen klappen, kriege ich hin. Schritt drei, vier, fünf, sechs, drölf: Hää?? Rumprobiert, gelegt, gesteckt, geklappt – nichts sah richtig aus. Also wieder zum Bernina-Workshop. Aber auch da ist es nicht ganz nachzuvollziehen, es scheint mir, als ob da ein Bild fehlt. Aber nach einigem hin und her war klar, wie es gemeint war: es fehlt der Hinweis, dass man den Ärmel einmal auf links wenden soll, dann passt das Bild. Und auch hier: wenn man einmal weiß, wie es gemacht wird, ist auch eine Manschette zu nähen nicht schwer. Hier ein Bild meiner ersten Hemdmanschette:

IMG_20160430_195817Nachdem diese Schwierigkeiten nun alle gemeistert waren, ging es an die Stickarbeit. Hier hat mich der Teufel geritten: ich wollte nicht, dass mein Sohn mit einer Tischdecke durch die Gegend läuft. Und wenn, dann aber auch richtig auffällig. Also fragte ich ihn, ob ich ihm noch hinten was drauf sticken soll, eine große Schlange vielleicht. Die Stickdatei hatte ich nämlich noch wollte unbedingt was davon wieder verwenden. Au ja, eine giftige Schlange sollte es sein. Und diese hier sieht doch so richtig schön giftig aus, oder?

IMG_20160430_195934Vorne auf den kleine Gecko haben wir uns schnell geeinigt und die Tasche war ein Muß – genau wie Papa. Ohne Klappe.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob das ganze Hemd passt – eine Zwischenprobe wurde kategorisch verweigert. Aber das fertige Hemd wollte er gerne haben, grmpf, er hat vielleicht einen Dickkopf! Es könnte eine Nummer zu groß sein, aber das wäre ja nicht schlimm. Und ich hoffe, das die Manschetten nicht zu eng sitzen, die machen einen ganz schönen engen Eindruck. Morgen weiß ich mehr. Guten Nacht!

Nächster Tag. Hemd gefällt, wurde aber nur einmal kurz übergezogen – will ich heute nicht anziehen. Daher leider keine Tragefotos. Das Hemd sitzt perfekt – bis auf die Arme, die ich ja extra länger gemacht habe. Die sind nun zu lang 🙂 . Beim nächsten Hemd werde ich die Manschetten ein bißchen schmaler machen und am Ärmel noch einen Zentimeter weg nehmen, dann passt alles perfekt.

Eure Charla, die zwar stolz auf ihr erstes Hemd ist, aber die von der Stoffauswahl und der Stickerei dazu nicht ganz überzeugt ist 🙂

Verlinkt bei der 365 Tage ohen-Challenge von Piex Su, Kiddikram und Made4Boys

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