Der Weg zur perfekten Unterhose für mich – Teil 1

Ich war kurz davor schwach zu werden bei der 365-Tage-ohne-Challenge von PixieSu. Ich brauche neue Unterhosen, nach und nach sind meine an einer bestimmten Stelle immer durchgescheuert und lösen sich auf. Und Stück für Stück wird weg geschmissen. Bis ich jetzt zweimal mit Schrecken feststellte, dass ich dringend heute waschen muss sonst habe ich am nächsten Tag nichts anzuziehen 😉

Ich habe ein Modell das mir gut passt und das ich gleich zu Dutzenden gekauft hatte. Warum dies ändern? Ist doch so schön bequem: in den Laden gehen und gleich wieder ein Dutzend kaufen.

Aber nein, ich bin standhaft geblieben und habe mich an das Projekt „Unterhose für mich“ gewagt. Kein leichtes Unterfangen wie ich feststellte. Schritt 1: das perfekte Schnittmuster finden.

Erst mal Recherche: welches Schnittmuster? Mit Gummiband, ohne Gummiband am Beinabschluss? Überall elastisches Einfassband? Gummiband mit Spitze? Ich besorgte mir einfach von allem ein bißchen und los gings mit den Probehosen.

Bei der ersten Hose (Variant 1) verwendete ich weißen Jersey, aus dem ich T-Shirts für meinen Mann nähen möchte. Wird noch genug übrig bleiben. Bunte Hosen wollte ich nicht, da gerade im Sommer die Anziehsachen doch dünner sind und vielleicht bunte Hosen dann durchscheinen. Schön gedacht, aber nicht zu Ende gedacht. Ich brauche doch erst das perfekte Schnittmuster für mich, bevor ich Hosen zum Anziehen habe. Also wühlte ich bei Variante 2 in der Restekiste und mixte ebenso wild bunt wie bei den Unterhosen für meinen Sohn.

Variante 1: Panty „Eve“ von Pattydoo fast ganz nach Schnittmuster und Videoanleitung.
Ich versuchte von einer meiner Hosen den Schnitt abzunehmen, aber das klappte nicht. Der Stoff ist zu dünn und zu elastisch. Also wählte ich die Panty „Eve“ von Pattydoo. Ich hatte die Höhe um ca. 2 cm reduziert und an den Seiten etwas weggeschnitten – mir ist es lieber wenn die Unterhose etwas gedehnter sitzt. Daher habe ich das Gummiband oben auch etwas knapper geschnitten als im Video angegeben, man sieht das es ordentlich gekräuselt ist.

IMG_20160607_160618IMG_20160607_160647(1)Das Schnittmuster „Eve“ ist am Popo zweigeteilt, dort ist eine kleine Rundung, damit die Hose noch besser sitzt. Die Naht stört nicht und die Passform ist dadurch wirklich gut.

Das Endergebnis war leider nicht ganz zufrieden stellend. Sieht zwar schön aus, aber vorne an den Beinen ist mir der Schnitt nicht weit genug ausgeschnitten, dafür fehlt an den Pobacken ein ganzes Stück. Auch sind mir die Beinabschlüsse ohne Gummiband zu labberig, da brauche ich mehr Halt. Ich habe sie ein paar Stunden Probegetragen, aber ich war immer irgendwo am rumzuppeln.

Variante 2: Panty „Eve“ etwas abgeändert
Vorne am Beinausschnitt einen Zentimeter weg genommen, hinten eine schöne große Runde am Po angeklebt, die Seiten angepasst. In anderen Videos hatte ich gesehen, das beim inneren Zwickel die Saumzugabe am Beinabschluss weggelassen wird, so dass man dort eine Stofflage weniger hat. Gute Idee, auch in Variante 2 umgesetzt. Am oberen Bund habe ich diesmal statt Gummiband mit Spitze einfaches Gummiband angenäht und dann umgeschlagen und festgesteppt. Zum Testen habe ich nur ein Bein ordentlich umgenäht, das andere ist noch unversäubert.

Aber auch das Endergebnis ist nicht zufriedenstellend. Ich habe das Gummiband oben am Saum nicht so eng genäht wie bei der ersten, weil es dort echt schwierig zum nähen war. Daher ist die Hose jetzt am Bauch zu weit – viel zu weit. Ich fand die Hose im Video auch arg „riesig“ und habe mich trotzdem genau nach den Angaben gehalten. Die Lösung wird sein, an beiden Seiten jeweils 5 cm wegzunehmen. Hört sich viel an, ist es auch. Aber die Hose ist einfach zu groß.

Vorne an den Beinen passt sie jetzt, dafür ist am Po immer noch zu wenig Stoff. Da muss noch eine ganzes Stück mehr ran.

An den Beinabschlüssen habe ich wieder kein Gummiband oder Einfassband genommen, weil ich erstmal den Sitz ansonsten prüfen wollte. Und wieder ist mir aufgefallen: ich brauche Gummiband an den Beinabschlüssen, hat meine Standardhose auch.

Und das letzte: die Spitze oben am Bund sieht wesentlich besser aus als nur einfaches Gummiband. Leider muckt meine  Maschine ein bißchen, daher ist sie an vielen Stellen so unsauber genäht.

Variante 3: Panty „Eve“ mit noch mehr Änderungen
Wahrscheinlich hätte ich von Anfang an eine kleinere Größe nehmen sollen, aber nun arbeite ich mich Stück für Stück vor. Seiten gekürzt, hinten nochmals eine große Kurve ans Schnittmuster angeklebt, oben wieder das Gummiband mit Spitze, wieder genauso lang wie bei Variante 1, und an den Beinabschlüssen diesmal dünnes Gummiband mit eingenäht. Diesmal wieder in weiß, da ich hoffe, dass sie diesmal passt.

Endergebnis: Tata! Passt nahezu perfekt! Sie sitzt schön eng an überall, nichts schnürrt ein und nichts steht ab. Die Menge an Stoff hinten an den Pobacken ist perfekt und die Beinabschlüsse mit Gummiband sind auch super. Ich sollte hier 2 cm Gummiband dazu geben, dann wird es noch ein bißchen bequemer. Und ich muss vorne an den Beinabschlüssen wieder 1 cm Stoff weg nehmen, irgendwie ist da ist jetzt wieder zu viel Stoff.

Zuerst dachte ich mir als Schritt 2 spiele ich ein wenig mit elastischem Einfassband und elastischem Schrägband rum, aber so wie die Hose jetzt ist, ist sie perfekt. Na mal sehen, das Material habe ich ja schon gekauft, warum also nicht? Mehr dazu in einem Extrabeitrag.

Auch habe ich erst nach Nähen der Variante 2 im Netz ein anderes Schnittmuster gefunden, dass vielleicht von Anfang an besser gepasst hätte, aber nun habe ich ja selber eins ausgetüfftelt. Ich möchte es euch aber nicht vorenthalten, nur ist es leider auf englisch. Aber wenn man sich nach dem Video von „Eve“ richtet und nur das englische Schnittmuster verwendet müsste das auch funktionieren:  „the t-shirt underwear“ von indigorchid.

Und hier noch ein Endergebnisfoto meiner drei Modell inklusive meiner Standardhose. Wie ihr seht fällt die wesentlich kleiner aus und „verschrumpelter“. Das liegt an dem Stoff: der ist sehr dünn und sehr elastisch, nicht zu vergleichen mit Jersey, den ich verwendet habe.

Eure Charla, die nun erstmal eine Weile ihr neues Stück Probetragen muss, bevor dann die Produktion anfängt

Verlinkt endlich mal wieder bei RUMS

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5 Gedanken zu “Der Weg zur perfekten Unterhose für mich – Teil 1

  1. Wow! Hut ab. Genialer Blogpost. Das wäre mir ja alles viel zu mühsam. Trotzdem finde ich deinen Beitrag extrem inspirierend. Ich werde da mal gründlich nachdenken!!!
    GLG
    Susanne

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  2. Mein Reden! Die Eve ist einfach zu knapp! Ich habe mir noch nicht die Mühe gemacht, das ganze Schnittmuster abzuändern, aber wahrscheinlich ist es die beste Lösung…
    Auf jeden Fall sehen deine Unterhosen wie Unterhosen aus und das war ja sicher das Ziel 😉 Und das mit der Einfarbigkeit hatte ich mir auch schon überlegt, weil es sicher nicht immer gut ist, wenn Affen oder Katzen durchscheinen 😀
    LG Claudia

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  3. Es geht nichts über selbstgenähte Büxen (mache ich seit ~15 Jahren) weil die einfach den ganz persönlichen Bedürfnissen angepasst sind und eben auch einmalig in der Stoffkombi sind 🙂

    Allerdings hätte ich jetzt auch nicht bei der ersten Büx dieses eine einzige Schnittmuster derart verändert, sondern mal andere ausprobiert. Z.B. hier
    http://www.sewy.de/Alles-zum-Naehen-von-Bademode-und-Dessous/Schnittmuster/Schnittmuster-Dessous/Schnittmuster-Slip/
    gibt es schöne Inspirationen.
    Viel Freude noch beim Wäschenähen!
    LG Lehmi

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    1. Hallo Lehmi, wow, toller Link, danke schön, den kannte ich noch nicht. Wahrscheinlich hätte ich es mir wirklich einfacher machen können, aber ich war – wie so oft – ungeduldig und wollte nicht mehr lange suchen, sondern nähen 🙂
      lg Charla

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