Der Weg zur perfekten Unterhose für mich – Teil 2

Nachdem ich mir also im Teil 1 – der Weg zur perfekten Unterhose ein gut sitzendes, bequemes Schnittmuster für eine Unterhose zurecht gebastelt hatte, wollte ich nun noch ein wenig Feinarbeit machen. Wie fühlen sich die verschiedenen Einfassmöglichkeiten an den Rändern an und wie kompliziert sind diese zu nähen?

Variante 1: Gummiband mit Spitze am Bund, Gummiband am Beinabschluss

IMG_20160608_094447(2)Dies ist das Endergebnis des Teil 1, die ich euch hier schon einmal gezeigt habe. Ob Gummiband mit Spitze oder ohne ist vom Nähaufwand Jacke wie Hose. Ich finde mit Spitze oben schöner, stelle mir aber vor, dass es an den Beinen leicht scheuern könnte. Daher habe ich diese Variante gar nicht erst ausprobiert.

Nachteil: an den Beinabschlüssen ist schon eine arg dicke Kante entstanden: Stoff umgeschlagen und dann noch das dicke Gummiband dazwischen… Vielleicht sollte ich mal nach dünnerem, weicheren Gummiband Auschau halten, weil ich diese Variante eigentlich ganz gut finde.

Variante 2: überall mit elastischem Schrägband eingefasst
Als erster Hinweis: beim Einfassen mit Schrägband oder Einfassgummi muss die Nahtzugabe an den entsprechenden Stellen weggeschnitten werden. Nicht vergessen.

Das Schrägband ist leicht glänzend, sehr dünn und sehr rutschig. Ich fand es schwierig die Ränder damit einzufassen und musste am Zwickel auch auftrennen und nacharbeiten, weil ich den Stoff nicht mit erwischt hatte. Weil das Ganze so schwierig war habe ich auf das Dehnen des Schrägbandes nicht mehr geachtet und daher ist diese Hose etwas zu weit. Ich kann sie anziehen, sie rutscht nicht, aber sie sitzt lockerer als Hose 1. Auch fransen die Enden des Bandes aus. Ich habe zwar versucht, es umzuklappen und dann fest zu nähen, aber das hat nicht ganz geklappt.

Vorteil von (elastischem) Schrägband: an den Beinabschlüssen ist weniger Stoff, weil der Stoff ja nicht umgeklappt wird.

Nachteil von elastischem Schrägband: schwer zum Feststecken, schlecht zu Nähen (es sein denn, man hat an der Nähmaschine direkt einen Bandeinfasser 🙂 . Habe ich leider nicht).

Variante 3 geplant: überall mit Jerseyschrägband eingefasst
(umgesetzt: Jerseyschrägband am Bund und an einem Bein, am anderen Bein elastisches Schrägband)
Hier zunächst ein Foto der beiden unterschiedlichen Schrägbänder. Das obere, das glänzende, ist elastisches Schrägband, das untere ist das Jerseyschrägband.

IMG_20160616_142058Die Dame im Stoffladen sagte mir: „Jerseyschrägband können Sie für Unterhosen nicht verwenden, das ist nicht elastisch genug!“ Nicht elastisch genug – das kann man doch ordentlich dehnen, wenn man das in den Händen hält, dachte ich mir und kaufte es dann doch.

Aber schon beim Annähen merkte ich, dass ich Probleme beim Dehnen habe, daher sind bei dieser Hose auch hin und wieder kleine Falten eingenäht. Ich bekomme die Hose an, aber wenn ich sie über die Hüfte ziehe ist es echt eng. Wenn ich sie dann trage ist alles okay.

Daher verwendete ich dann an den Beinabschlüssen elastisches Schrägband, statt wie geplant überall Jerseyschrägband (ich hatte die Nahtzugabe schon weggeschnitten, daher konnte ich kein Gummiband mehr nehmen. Der unterschiedliche Weißton ist zwar nicht schön, aber wer sieht das schon 🙂 ). An den Beinen darf es nicht zu eng sein.

Ich habe hier allerdings einen Fehler gemacht: sowohl am Bund als auch an dem ersten Beinabschluss habe ich das Schrägband auf die gleiche Länge abgeschnitten wie die Gummibänder bei Hose 1. Und das ist falsch. Wenn ich die Hosen mit Schrägband einfasse, muss ich wenige Zentimeter dazu geben, sonst dehnt sich auch das elastische Jerseyband nicht starkt genug. Ist eben kein Gummiband. Das habe ich bereits nach Fertigstellung des ersten Beinausschnittes festgestellt.

Ich probierte die Hose mit einem eingefassten Bein an: sie saß nicht gut, weil sie Falten hatte und zu eng war, auch an dem Beinabschluss. Da fehlten einfach ein paar Zentimeter. Die Falten störten. Daher gab ich dann beim zweiten Bein ein paar Zentimeter dazu und siehe da: das Feststecken und Nähen klappte viel besser und diese Seite der Unterhose saß perfekt. Aber dadurch hatte sich nun die Mitte verschoben und die Naht hinten, die eigentlich in der Poritze sitzt und normalerweise nicht stört, war zur Seite gewandert und nun war ich ständig am rumzuppeln.

So konnte ich die Hose nicht anziehen. Was tun? Mehr elastisches Schrägband hatte ich nicht. Also? Ich probierte es aus: ich nahm nochmal Jerseyschrägband mit etwas mehr Zentimeter dazu (genauso lang wie beim zweiten Bein), trennte die erste Beinsaumnaht auf und nähte noch einmal mit Jerseyschrägband. Dann konnte ich auch gleich feststellen, ob Jerseyschrägband denn nun elastisch genug ist oder nicht. Hier das Ergebnis, man sieht es an den zwei verschiedenen Weißtönen der Schrägbänder an den Beinabschlüssen: links Jerseyschrägband, rechts elastisches Schrägband.

Fazit:

  1. Die Dame hatte Unrecht. Jerseyschrägband ist genauso elastisch wie das elastische Schrägband und kann genauso verwendet werden.
  2. Jerseyschrägband ist etwas einfacher in der Handhabung, da nicht so glitschig.
  3. Bei elastischem und Jerseyschrägband einige Zentimeter in der Länge zusätzlich dazu geben (im Vergleich zu Gummiband).
  4. Egal welches Schrägband: ich finde es total friemelig beim Feststecken und Nähen und daher ist das nicht so ganz mein Ding.

Variante 4: überall elastisches Einfassband verwendet
Das elastische Einfassband ist ein Gummiband, das aber wie ein Schrägband zusammengeklappt wird und der Stoff dazwischen kommt. Dies gab es leider nicht in weiß, daher habe ich altrosa gewählt, in der Hoffnung, dass das nicht so auffällt weil es ein wenig hautfarbend ist. Im Vergleich zu Schrägband ist es schmaler, man sieht es auf dem Foto unten, und ich befürchtete, dass mir ganz oft der Stoff dazwischen abhanden kommt.

Bei dieser Variante musste ich mir zunächst die alles entscheidende Frage stellen: welche Länge? Wie beim Gummiband bei Hose 1 oder etwas länger wie bei den Schrägbändern? Sorgfältige Zug- und Vergleichstest durchgeführt: es ist und bleibt Gummiband und daher die Länge wie bei Hose 1.

Dass das Band altrosa ist, ist nicht schlimm, sieht sogar ganz nett aus, nicht so langweilig weiß:

Die Hose ist total klasse!!! Hätte ich nie gedacht. Da es Gummiband ist kann man es ganz einfach dehnen und dadurch einfach um die Stoffkante legen. Es lässt sich leicht festnähen und man muss lediglich aufpassen, dass man ganz nah am Rand oder fast auf der Kante näht, so dass auf jeden Fall der Stoff mitgefasst wird. Mir ist aber kein einziges Mal der Stoff abhanden gekommen. Da man alles schön glatt in die Länge ziehen kann, gab es keinen Ausreißer und keine Falten. Perfekt.

Fazit: Besser als Hose 1, bisher die beste Lösung.

Bei dieser Unterhose hatte ich erstmals die Mittelnaht am Hintern weggelassen und dort im Bruch zugeschnitten. Da bei Hose 3 die Naht anfing zu stören, wollte ich dem gleich entgegen wirken. Die Hose sitzt auch mit durchgehenden Hinterteil prima und bleibt nun so. Eine Naht weniger.

Variante 5: überall Bündchen aus Jersey angenäht
Zum Abschluss wollte ich noch diese Variante ausprobieren, auch wenn ich von dem Einfassgummi nahezu begeistert bin. Aber Bündchen annähen geht einfach ruckzuck mit der Overlockmaschine und vielleicht ist das ja noch besser. Angenehmer zu tragen, weil Jersey statt Gummi? Einfach ausprobieren.

Zunächst musste ich noch mehr Stoff an den Beinabschlüssen und oben wegschneiden, weil ca. 1 cm Bündchen dazu kommen würde. Beim ersten Versuch war ich nicht mutig genug gewesen und an den Beinen war zuviel Stoff. Also: Bündchen rigoros abgeschnitten und neues Bündchen angenäht. So sieht es aus:

Insgesamt ist das Ergebnis auch sehr überzeugend. Es ging einfach beim Feststecken, einfach zu nähen und das Material hat man ja sowieso im Haus. Man muss also nicht erst Einfassgummi besorgen. Optisch ist die Hose auch okay, allerdings sieht es mit dem Einfassgummi etwas eleganter aus. Ich befürchtete, dass im Schritt zuviele Stofflagen sein könnten und diese stören würden, das ist aber nicht der Fall.

Fazit: auch eine sehr gute Lösung, die nur knapp hinter der Hose 4 liegt.

Hier noch einmal meine fünf neuen Unterhosen auf einem Blick. Sie sehen aus wie Unterhosen und tragen sich bequem wie Unterhosen. Sind zwar keine super eleganten sexy Kleidungsstücke, aber das wollte ich ja auch nicht. Sie sind genau so wie ich sie haben wollte. Aber vielleicht werde ich doch mal die Stoffrestekiste hervorkramen und bunte Hosen nähen – wenn ich Jeans trage scheint ja nichts durch 🙂 . Weil: lustig aussehen tun die bunten Hosen ja!

Eure Charla, die nun allerdings nicht mehr in Produktion gehen muss, weil fünf neue Unterhosen erst einmal ausreichen 🙂

Verlinkt bei RUMS und bei der 365-Tage-ohne-Challenge von PiexSu, weil ich ja um den Kauf von Unterhosen herum gekommen bin

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5 Gedanken zu “Der Weg zur perfekten Unterhose für mich – Teil 2

  1. Vielen Dank, für Deinen ausführlichen Experimentier-Bericht! Ich möchte demnächst auch in die Unterhosenwelt eintauchen und habe mich schon gefragt, wie ich das am besten mit dem Einfassen machen sollte. Da ist Deine Erfahrung wirklich hilfreich!
    LG
    Calina

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  2. Als erstes muss ich sagen: super! Ich habe mir noch gar keine Gedanken gemacht, ob man was anderes machen kann als Gummiband. Und ich finde die Unterhose mit dem rosafarbenen Rand richtig schick! Die hat halt was 🙂
    Und dann möchte ich noch darauf hinweisen, dass du dir das mit den unterschiedlichen Weißtönen einbildest 😀 zumindest erkennt man auf dem Foto keinen Unterschied 🙂

    Ohne irgendwelche Läden beim Namen zu nennen: Hast du das Gummieinfassband in der Schillerstraße gekauft?

    LG Claudia

    Gefällt mir

    1. Hallo Claudia,
      mir gefällt die mit dem rosa Rand auch am besten, sieht nicht ganz so „hausbacken“ aus wie die anderen. Ja, das habe ich dort gekauft, ganz hinten in der Ecke im Regel, von der Rolle zu kaufen. Die anderen Bänder auch.
      lg Charla

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