„Ich näh mir ein Kleid“ – gleich dreimal

… nach dem Kleiderbaukastensystem von Rosa P. Bei Lillestoff gab es am Samstag den Nähkurs, geleitet von Yvonne von Mückes Blog, zu dem Buch „Näh dir dein Kleid“ von Rosa P. Herzlichen Dank für den tollen Nachmittag und die Hilfestellungen. Ich habe einige Tipps gleich zu Hause anwenden können.

Ich zeig euch vorab einmal mein fertiges Kleid – auch wenn der Werdegang etwas schwierig war.

img_20161023_181044Zurück zum lillestoff.nähcafe. Ich und fünf Mitstreiter wagten sich an ein Kleid nach dem Buch. Eine Teilnehmerin gab gleich auf und nahm doch ein mitgebrachtes Schnittmuster für ein anderes Kleid zur Hand. Das konnte ich gut verstehen: um durch das Buch durchzusteigen, braucht es einige Zeit. Zwar gibt es 16 Vorschläge für Kleider, aber wenn man sich ganz individuell sein Kleid zusammenstellen möchte, kann man zwischen fünf verschiedenen Oberteilen, unterschiedlich breiten Passen, unterschiedlichste Rockformen und kurze, halblange und lange Arme aussuchen. Ach ja, es gibt noch „überschnittene Ärmel“ und „weite Ärmel“. Alles klar? Und eine Kapuze kann man auch dran machen. Und unterschiedliche Ausschnittformen… 🙂 .

Ich kaufte mir daher vorher das Buch, nahm es mir gründlich zu Herzen und wollte eigentlich ein Wickeloberteil mit weitem Rock nähen. Dann ging es in den Stoffladen. Der Stoff, der mir total gut gefiehl, war aber absolut „wickelungeeignet“ – das Muster wäre gar nicht zur Geltung gekommen. Also ein klassisches Oberteil. An dem Nachmittag ist dann dieses Kleid entstanden:

Ich war unzufrieden. Grummel. Der Ausschnitt war mir zu weit – dabei ist das der mitteltiefe Ausschnitt, es gibt also noch eine Variante die noch weiter ausgeschnitten ist. Die Taillenpasse war ein paar Zentimeter zu niedrig – die Taille soll betont werden, nicht der Übergang zur Hüfte 🙂 . Und das was mich am meisten gestört hat: durch den weiten Fall des Rocks hingen die waagerechten Karostreife an den Seiten nach unten. Doof. Auf was man nicht alles achten muss!

Zufrieden bin ich aber mit dem Oberteil (bis auf die Weite des Ausschnitts): ich habe genau geschaut wo die Vögelchen sitzen, so dass keiner irgendwo blöd angeschnitten ist.

Zu Hause angekommen setzte ich mich gleich dran und nahm Änderungen vornehmen. Die Naht zwischen Taillenpasse und Oberteil habe ich einfach nochmal unter die Overlockmaschine gelegt und 1 cm weiter links genäht. Zack, fertig, Taillenpasse weiter oben 🙂 .

Das Herunterhängen des Stoffs am Rockteil konnte ich nur durch eine andere Rockform vermeiden, also wählte ich den geraden Rock. Ich schnitt das Schnittmuster dazu aus, legte es auf mein fertiges Kleid und schnitt einfach die Seiten des weiten Rocks weg. Neu zusammen nähen, dann war auch das erledigt. Die zweite Variante des Kleides sah dann so aus, mitten in der Nacht:

Aber das Rockteil gefiehl mir auch nicht. Zwar waren jetzt die herunterhängenden Streifen weitestgehend erledigt, aber dafür fiehl jetzt auf, dass der Musterverlauf vom Oberteil nicht zum Unterteil passte. Bei dem weiten Rock hatte ich beim Zuschneiden nicht drauf achten können, sonst hätte ich zu wenig Stoff gehabt. Und da wäre es auch egal gewesen. Aber jetzt hier, wo alles gerade untereinander ist, sollten die Linien auch gerade nach unten durchgehen. So ein Mist. Außerdem sah man aufgrund des Musters, dass der Rock nicht ganz gerade an die Passe genäht ist, vor allem hinten war es sehr schief – auch doof. Ach menno! Irgendwie ist da einfach zu viel großes Muster vorhanden – „Da ist eine Menge los auf dem Kleid“.

Was tun?

Ich kam darauf, das Rockteil einfach ganz wegzuschneiden und einen einfarbigen Rock dran zu nähen. Frage war: schwarz oder blau? Ich hielt die Stoffe dran und entschied mich für blau. Mein Mann (!) hatte dann den Vorschlag den schwarzen Streifen dazwischen zu nähen, ohne zu wissen, dass Susanne, die den Kurs mit gemachte hat, genau das auch bei ihrem Kleid gemacht hat 🙂 . Hier nun mein Endergebnis:

Um den Halsauschnitt etwas zu verkleinern, nähte ich einen schmalen Streifen aus schwarzem Bündchenstoff an.

img_20161023_180841Den gleichen Streifen wiederholte ich dann an den Ärmeln, die waren mir sowieso ein Tacken zu kurz.

Hinten nahm ich noch ein wenig Stoff weg, weil ich ein starkes Hohlkreuz habe.

Und was soll ich euch sagen? Ich bin nun rundum zufrieden und glücklich mit meinem Kleid, auch wenn es von der Ursprungsversion weit entfernt ist 🙂

Eure Charla, die gleich Stoffe für zwei weitere Kleider hier liegen hat.

Und damit gehe ich mal wieder zu RUMS.

P.S. Wenn ich mir die Fotos so anschaue, könnte es auch gut aussehen, wenn die gesamte Passe in schwarz wäre … aber nein, das Kleid gefällt mir richtig gut so wie es ist, wurde bereits mehrfach getragen. Das bleibt jetzt so!

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6 Gedanken zu “„Ich näh mir ein Kleid“ – gleich dreimal

  1. Liebe Carla, ich finde die Version Deines Kleides einfach super.
    Gar kein Vergleich zur Ersten.
    Ja manchmal stellt man sich ein Kleid vor und dann passt es überhaupt nicht zu einem, dass kenne ich auch.
    Das blau ist der Hammer.
    LG
    Renate

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  2. Nähen, das letzte Abenteuer!
    Liebe Carla, das dranbleiben hat sich gelohnt. Diese Version, mit dem leuchtenden blau ist wunderschön! Es wirkt gleich viel jugendlicher als die Karo Variante.
    Liebe Grüße und viel Freude beim tragen! Tutti

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