Das verhunzte Weihnachtsgeschenk: ein Kapuzenpulli

Bei der Suche nach einem schönen Schnitt für das Geburtstagsshirt für meine Tochter bin ich auf das Basic Raglan Sweater von ki-ba-doo gestoßen. Es gefiel mir sofort, weil es schön als Kuschelkragen, mit Kapuze oder normal mit Rundhalsbündchen am Hals genäht werden kann, die Kapuze diesen schönen breiten Rand hat, der mir schon bei diesem Shirt so gut gefallen hat.

img_20161219_200440mlUnd der Clou an dem Schnitt: im Vorderteil sind integrierte Taschen. Taschen sind immer gut!

Mein Patensohn soll auch wieder sein obligatorisches Weihnachtsshirt bekommen – was das Christkind dann bringt 🙂 . Schnittmuster stand also, ich machte mich auf die Suche nach einem schönen Sweatshirtstoff dafür. Den Lillestoff-Stoff, den ich eigentlich nehmen wollte, gibt es erst ab Januar –  Schade. Also: was gibt es schönes für einen 8 1/2-jährigen Jungen? Nicht zu bunt, schön cool … hmh. Ich bin auf den „Diving with sharks“-Stoff gestoßen und fand ihn gleich klasse.

img_20161219_200419mlAber leider Jersey … ich wollte doch einen schönen kuscheligen Kapuzenpulli daraus machen… Also ganz einfach: doppelt nehmen und Sommersweat drunter legen. Gedacht, Sweat in beige und dunkelgrau gekauft und  zu Hause losgelegt.

Schnittmuster in Größe 146 zugeschnitten, Schnittmuster auf Stoff gelegt und gleich die erste Panne: da es sich bei dem Stoff um ein Rapport handelt, und ich den großen Hai vorne mittig auf die Brust setzen wollte, hatte ich nicht genug Stoff für die Tasche an der Seite übrig. Kurz überlegt: egal, die Tasche wird einfach aus dem Sweat ausgeschnitten und angenäht. Alles ausgeschnitten, wo erforderlich doppelt. Kapuze zusammen genäht, abgesteppt. Dann gings zum Vorderteil mit der integrierten Tasche. Okay, wie geht das nun mit dem „einfach annähen“? Nach ein bißchen rumüberlegen hat es geklappt. Danach konnte ich ganz einfach nach Anleitung weiter nähen.

Aber!

Die Sweatstoff-Tasche war zu dick und trug viel zu dick auf. Durch die drei Lagen Stoff bei der Tasche wurde das alles zu ungenau und sah krumpelig und doof aus und ein kleines Loch durch die Overlock-Maschine war auch am Taschenübergang. Mhm… Dreiecke aus SnapPap über das Loch nähen und gut ist? Nee, das alles war einfach zu dick, das sah alles doof aus. Also muss die Tasche weg! Leider leider hatte ich alles schön mit der Overlock genäht. Alles auftrennen? Och nöö!!! Das Shirt sieht sowieso so groß aus und ich habe neulich mit der Mama von meinem Patensohn telefoniert, dass das Geburtstagsshirt von vor einem Jahr eigentlich noch passt, nur in der Länge nicht, und das war Größe 134. Also kann ich ruhig was wegschneiden!

Gedacht, getan, neben der Overlocknaht abgeschnitten – auf der anderen Seite dann natürlich auch. Die Tasche habe ich dabei mit abgeschnitten und die Seitenteile einfach so an das vordere Mittelteil angenäht – ohne Tasche. Geht auch.

img_20161219_200626mlDer optische Effekt mit dem Streifen an der Seite sieht auch so gut aus. 🙂

Dadurch dass das Vorderteil jetzt schmaler war, musste ich die Ärmel oben auch ein wenig enger machen. Alles zusammen genäht, der eine Ärmel ist doppelt, den anderen habe ich aus meiner kreativen Ader heraus einfarbig gelassen. Seiten zusammen genäht – gucken – upps!!! Das sieht jetzt aber alles ganz schön schmal aus!!! Schmal und lang…

Meine Tochter musste zum Anprobieren herhalten: sie hat das Shirt kaum anbekommen und sie ist ein halbes Jahr jünger als mein Patensohn und etwas schmaler gebaut. So ein Scheibenkleister aber auch.

Mit anderen Worten: das war wohl nix!!!

Mein Sohn stand dabei: „Darf ich den mal anprobieren?“ Klar. Übergezogen. Er meint: „Passt!“ Mama meint: „Zu groß, aber das kann man ja noch ändern.“ Er trägt Größe 128!!!

Die Ärmel mussten 13 cm gekürzt werden, unten konnte ich nur 7 cm kürzen, weil dann auf der Rückseite der Haifisch kommt.

img_20161219_200542mlDamit hat mein Sohn nun also einen neuen Kapuzenpulli mit einer vieeel zu großen Kapuze, aber er findet ihn total klasse. Ich habe die Ärmel länger gelassen, zweimal umgeklappt und mit Blindstich festgenäht und am Bund auch ca. 5 cm eingeschlagen, so dass der Pulli im nächsten Herbst/Winter noch passen müsste. Und dann könnte man ja noch Bündchen annähen 🙂 .

Eure Charla, die gleich losgefahren ist, und den gleichen Stoff nochmal gekauft hat. Zweiter Versuch. Ohne doppelte Stofflage, einfach einlagig Jersey. Und von Anfang an ohne Tasche 🙂 – Oder gleich ein ganz anderer Schnitt? Ich bin noch am überlegen…

Verlinkt bei creadienstag, DienstagsDinge, HoT und LilleLiebLinks, für Söhne und Kerle, Ich-näh-Bio und Kiddikram Dezember 2016

 

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2 Gedanken zu “Das verhunzte Weihnachtsgeschenk: ein Kapuzenpulli

  1. Oh wie süß geschrieben… Ärger Dich nicht. Geht jedem manchmal so und aus Erfahrung lernt man. Und sei froh, dass Dein Sohn ihn mag, – dann hat sich die Mühe sowieso gelohnt. Sieht aber klasse aus – das ist das große Können ❤️

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