Ich nähe mir ein Cocktailkleid Teil 1: Schnittanpassung

Ich nähe mir ein Kleid. Ist ja nichts besonderes… nun ja. Es soll ein Cocktailkleid werden. Aus einem etwas festeren, nicht elastischen Stoff. Wildseide oder Taft oder so. Den Stoff habe ich zwar schon, aber was es genau ist, wird noch nicht verraten.
Mhm, dass ist dann doch etwas anderes als ein einfaches Jerseykleid. Welches Schnittmuster?

Ich hatte mir schon vor mehr als einem Jahr das Buch „Kleider nähen“ von Tanya Whelan gekauft. Daraus nehme ich jetzt das Schnittmuster. Ich las mir das Buch sehr genau durch – also alles das, was für mich in diesem Moment relevant war. Uff, das wird gar nicht so einfach. Mit Abnäher, Belegen oder Futter, Einlagen, nahtverdeckter Reißverschluss… uiuiui…

img_20170204_204617-mlAls Schnitt entschied ich mich für das Basic-Oberteil mit Bateau-Ausschnitt, etwas weiter ausgeschnitten als im Buch geplant. Der Rock soll mit Quetschfalten genäht werden, finde ich schöner als normale Falten.

Als erstes musste ich das Schnittmuster für das Basic-Oberteil und die Vorlage für den Bateau-Ausschnitt abpausen. Kleines Manko an den Schnittmusterbögen, die hinten im Buch drin sind: die Größen sind nicht angegeben, man muss abzählen (oder die 12 Schattierungen von hellgrau bis schwarz genau auseinander halten können 🙂 ). Beide abgepausten Teile übereinander legen und den neuen Ausschnitt einzeichnen. Dabei habe ich die Kurve etwas tiefer gezeichnet. Das Rückteil wird ohne Vorlage abgeändert. Bis hierhin kein Problem.

Aber! Dann kam das Problem: meine Maße. Brust: Größe 38, Taille: Größe 40, Hüfte: Größe 40/42. Welche Größe nehme ich? Im Buch stand: nach der Taille richten und dann zur Brust und Hüfte angleichen. Außderm sind die Schnittmuster für Körbchengröße B ausgelegt, ich habe A. Dann noch: Rückenlänge und „wo sitzt die Brust“? Hhm, auch da stimme ich nicht mit dem Schnittmuster überein.

Also musste ich als zweites das Schnittmuster modifizieren.
Und hier wurde es echt kompliziert.

Ich fing mit der Schulterbreite an – stimmte überein. Eigentlich habe ich etwas breitere Schultern, aber weil ich ja Größe 40 zugeschnitten habe passt es dann an den Schultern auch gut. Super. Dann die Schulterschräge: ich weiß, dass ich etwas hängende Schultern habe, und tatsächlich: hier musste ich anpassen. Es steht zwar alles im Buch genau beschrieben, aber dennoch war ich teilweise überfordert. Letztendlich habe ich es so gemacht, wie ich es am logischsten empfunden habe. Die Schulterschräge wurde eingezeichnet, ein neuer Abnäher hinten in die Mitte. Dadurch, dass meine Schultern am Armausschnitt 1,5 cm tiefer liegen, muss dann unter der Achsel der Punkt auch 1,5 cm weiter unten liegen, damit die Größe des Armausschnittes nicht verändert wird. Und das heißt wiederum: den Rundung des Armausschnittes anpassen. Gaaanz viele Linien:

img_20170204_201536-mlUnd dann das Gleiche an der Vorderseite. Holla die Waldfee, da habe ich ganz schön lange dran gesessen. Vorne habe ich falsch gemessen, weil ich nicht an den Abnäher hinten gedaccht habe und die Schulterbreite ja gleich sein muss. Daher sind hier ein paar mehr Linien als notwendig:

img_20170204_201415-mlJetzt kam der (wenig vorhandene) Busen dran. Hier wird erst einmal der Brustpunkt ermittelt, mit anderen Worten: wo liegt die Brustwarze? Auch hier kam ich nicht so ganz klar, obwohl es in dem Buch mit Beschreibungen und Hilfslinien, die gezogen werden müssen, nur so wimmelt. Anscheinend ist mein Brustpunkt nur minimal höher als üblich. Die Körbchengröße habe ich angepasst, aber weniger, als im Buch angegeben – dann stimmten meine Maße schon. ??? Ob das so alles korrekt ist? Und ganz vergessen habe ich meine Rückenlänge: da hätte ich um 2,5 cm verlängern müssen. So ein Scheibenkleister aber auch. Auf den Schnittmuster wimmelte es inzwischen von Strichen und Klebebändern:

img_20170204_201456-mlWas jetzt tun? Nochmal alles von vorne???
Ich nahm noch einmal Maß: na, mit der Rückenlänge könnte es gehen, dann sitzt die Taille halt einen Zentimeter zu hoch. Und außerdem habe ich ja den Halsauschnitt etwas größer gemacht, also muss ich beim Schnittmuster ja einen Zentimeter in der Höhe dazu geben. Das mit der Länge wird demnach okay sein. Und die Körbchengröße? Die Maße stimmen mit meinen jetzt überein, also wird das auch schon passen.

Und außerdem nähe ich ja als nächstes ein Probemodell, ganz so wie es im Buch steht. Das sogenannte „Nesselmodell“. Aber davon berichte ich im Teil 2.

Eure Charla, die mit immer mehr Erfurcht das Schneiderhandwerk betrachtet

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2 Gedanken zu “Ich nähe mir ein Cocktailkleid Teil 1: Schnittanpassung

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