Collegejacke zur Geburt

In der Hoffnung, dass einige Leute diesen Beitrag nicht sofort lesen. 🙂 Aber ich bin so hin und weg von diesem süßen Teil, das muss ich gleich posten.

Diesmal zeige ich Euch nämlich eine Mini-Version der Collegejacke „Herzblatt“ von Fred von Soho. Ich liebe dieses Schnittmuster.

Egal ob für Damen – da habe ich im Dezember für meine beste Freundin diese Jacke genäht – oder die Kids Variante. Ich habe jeweils zum Geburtstag meiner beiden Patenkindern diese und diese Jacke mit deren Anfangsbuchstaben vorne und dem jeweiligen Geburtsjahr hinten drauf genäht. Und beide Jacken sind wahnsinnig gut angekommen. Ich habe noch ein drittes Patenkind, dass diese Jacke auch bekommen wird. Und deren kleine Schwester dann auch, sonst ist das ja ungerecht. Und meine Kids wollen die ja auch …

Aber hier erst einmal eine Mini Variante.

Die kleine „S“ ist Ende Januar zur Welt gekommen. Bereits da hatte ich die Collegejacke als Geschenk im Auge – im Dezember nähte ich ja die erste für meine Freundin. Das Problem: das Schnittmuster der Collegejacke fängt erst bei Größe 68 an. Also hieß es warten bis die kleine Maus größer ist. Und dann kam die heiße Zeit – da dachte ich mir: „Jetzt mit so einer warmen Collegejacke an zu kommen ist ja auch doof!“ Also wollte ich bis Herbst warten.

Nun telefonierte ich aber mit einer Freundin, der „Oma“ der kleinen „S“, und verabredete mich mit ihr für 6 Tage später. „Ja, ihr könnt gerne vorbei kommen, aber abends ist Party von meinem Sohn und meine Tochter kommt mit Familie!“ – „Oh, toll, dann sehe ich die auch mal wieder.“ Abgemacht, Hörer aufgelegt – und gleich einen Schreck gekriegt! Dann muss die Jacke ja fertig sein! Wenn ich die Familie jetzt zum ersten Mal nach der Geburt sehe brauche ich das Geschenk! Und jetzt wird das Wetter wieder besser, die Hecke muss geschnitten werden, Auto zur Werkstatt, großes Kind muss bespaßt (Schuuulferien! Laaangweilig!) und kleines aus dem Kindergarten verabschiedet werden. Arzttermine regeln, Papierkram erledigen, den Rock für die Freundin zu Ende nähen (deswegen will ich sie ja besuchen, aber dazu mehr in einem anderen Post).

Also gut: Montag früh von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr hatte ich Zeit! Ran an die Arbeit. In der Zeit schaffte ich, das Schnittmuster der Jacke auszuschneiden – in Größe 74 schon, obwohl 68 ausreichen müsste. Ich verwendete hier aber den Strickstoff von meinem Karl und Baumwollfleece für die Ärmel (Reste von dieser Weste). Beides etwas dickere Stoffe. Ich schaffte es, die komplette Jacke zu zu schneiden, die Zahlen und die Buchstaben aus zu schneiden und bereits aufbügeln. Auch schaffte ich, die Belege und die Knopfleisten mit Vlieseline zu hinterlegen. Dann kam der Besuch für diesen Tag. Abends kurz die Applikationen fertig stellen und dann ab ins Bett.

Heute dann allerlei Alltagszeug erledigt, aufgeräumt, Wäsche, Arzttermin geregelt, Oma besucht, einkaufen, nachmittags Freund von Sohn zu Besuch – aber abends dann: Jacke zu Ende genäht.

Ich war die ganze Zeit hin und weg wegen der Größe. Bereits beim Zuschnitt des Schnittmusters „Ach wie süß, ist das klein!“, „Da kann ich ja richtige Reste verwerten!“, „Da reicht ja dieser kleine Schnipsel“ – und dann die fertige Jacke! So süß! So klein! Hoffentlich nicht zu klein! Schnell noch mal an der Babypuppe anpassen – nein, viel zu groß und Babypuppe hat Größe 62. Also müsste alles gut sein.

Die Jacke hat diesmal keine Paspeltaschen – die braucht ein Baby nicht, finde ich. Auch den Aufhänger habe ich weg gelassen – Babyjacken faltet man und hängt die nicht an einen Haken. Könnte auch stören beim Liegen.

Die Jacke wird leider falsch rum geknöpft.- wie eine Jungenjacke – aber das hat zwei Gründe: 1. das „S“ habe ich ein paar Millimeter zu weit links appliziert, da hätte die Knopfleiste fast den Buchstaben berührt und das sah nicht schön aus. Und 2. hat sich die jetzt unten liegende Seite etwas verzogen. So sieht man das jetzt nicht, das konnte ich gut weg schummeln. Aber wenn die Seite oben gelegen hätte, wäre es aufgefallen.

Eure Charla, die ganz hin und weg ist von dieser Mini-Collegejacke.

Verlinkt bei Made4Girls Juli 2017, HoT #107, Creadienstag #286 und Kiddikram Juli 2017

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Geburtstagsshirt: aus „5“ mach „6“

Sohn ist gestern 6 Jahre alt geworden. Der erste Teil von Geburtstag feiern ist vorbei. Gestern mit Omas, Opa, Patentante mit Lebensgefährten und Freundin der Familie. Erdbeerkuchen, Erdbeeren mit Sahne – frisch vom Markt – mjam, lecker. Aber meinem Sohn dauerte das natürlich alles viel zu lange!

„Mama, wann kann ich weiter Geschenke auspacken?“

Das größte durfte er gleich am Anfang auspacken, aber dann erst einmal Kuchen essen. Na gut, ist auch langweilig für einen 6-jährigen, wenn daneben auf dem Geschenkewagen die Geschenke liegen. „Okay, pack noch eins aus!“ – ich wusste, dass es das nächst größte sein wird: zwei kleine, zusammenfaltbare Fußballtore. Meine Strategie ging aus: er nahm natürlich das zweit größte und schwupps, war er draußen beim Aufbauen und Fußballspielen. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Natürlich hielt es nicht so lange vor, aber wir Erwachsenen konnten ein bißchen in Ruhe quatschen und zu Ende essen. Danach wurde dann zu Ende ausgepackt. Er bestaunte doch tatsächlich jedes Geschenk eine Weile und guckte es sich an, bevor das nächste Päckchen gegriffen wurde. Zum Schluss baute er alles in eine Reihe auf und betrachtete freudestrahlend seine „Ausbeute“ :

Das erste Geschenk, das er gleich morgens bekommen hatte, hatte er gleich angezogen. Das obligatorische Geburtstagsshirt. Eigentlich wollte ich ihm ja auch eine Collegejacke zum Geburtstag schenken – so ähnlich wie diese hier von meinem Patenssohn. Aber irgendwie wusste ich die ganze Zeit nicht, wie ich es dann begründen sollte, dass die Schwester eine ähnliche Jacke „einfach so“ bekäme. Natürlich möchte ich für sie auch eine dieser Jacken nähen – aber es ist eine Übergangsjacke, keine Winterjacke. Und Tochter hat im Dezember Geburtstag… Also bekäme sie die Jacke Anfang Herbst einfach so? Ne, das geht nicht. Also warte ich mit der Jacke für meinen Sohn auch noch bis Anfang Herbst und dann kriegen beide die Jacke „einfach so“. Aber diese ganzen Überlegungen haben mich so beschäftigt, dass ich gar nicht daran gedacht habe, ein „Ersatzgeburtstagsshirt“ zu nähen.

Am Tag vor seinem Geburtstag zog ich das Geburtstagsshirt vom letzten Jahr heraus: der letzte Tag, an dem er es anziehen kann. Oh, es passt ja noch richtig gut!

Also in einer Spontanaktion in der Nacht: aus „5“ mach „6“.

Einfach die 6 in größer ausgedruckt und drüber appliziert. Ich musste die 6 ein bißchen arg dick machen und ein klein wenig schräg aufnähen, sonst hätte immer irgendwo ein Stück der 5 heraus geguckt: entweder oben links, oben rechts oder beim Kreis. Jetzt ist die 6 zwar riesig, aber das T-Shirt wird so für eine Weile noch seinen Zweck erfüllen.

Und ich stand dann nicht ganz ohne da. 🙂

Eure Charla

Verlinkt bei made4boys Juni 2017 und upcycling Linkparty Juni 2017

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Geburtstags-Collegejacke Nr. 2

14.06.2017 (durfte ich noch nicht veröffentlichen – Überraschung)
Die Collegejacke für meine Nichte zu ihrem Geburtstag kam so gut an, dass ich gleich die Bestellungen meiner eigenen Kinder bekam. „Genauso eine möchten wir auch haben!“

Vorne der Anfangsbuchstabe:

Hinten das Geburtsjahr:

Zuerst wollte ich meinen Kids einfach so eine nähen, ohne Geburtstag – nun habe ich es aber lange genug heraus gezögert (irgendwie kamen andere Sachen, die genäht werden mussten dazwischen), dass in zwei Wochen der Geburstag für meinen Sohn ansteht. 6 Jahre wird er alt. Uff, wie die Zeit vergeht. Ich druckte also abends das Schnittmuster neu aus, damit ich am nächsten Tag in Größe 134 (oder 128? Ich bin so unschlüssig) für meinen Sohn zuschneiden konnte, als ich später mit einer Freundin telefonierte.

Im Laufe des Gespräches fiel der Satz „sie (meine Patentochter) hat ja am Sonntag Geburtstag…“ … rata rata rata … „Sonntag??? Aber die hat doch erst im Juli“… rata rata rata … „ich dachte doch die ganze Zeit, ich hab noch Zeit“ … rata rata rata … ich hatte mich bei meiner anderen Freundin auch schon gewundert, als sie fragte, ob ich einen Geschenkewunsch für ihren Sohn (auch mein Patenkind) haben möchte… „die ist aber früh dran“ dachte ich mir … rata rata rata … (die beiden Kids sind kurz hinter einander geboren worden) … rata rata rata … oh Mist: in einem Monat hat die Tochter von einer dritten Freundin Geburtstag – und nicht die ersten beiden. Ich habe alles total durcheinander gebracht!!!

Also: Geburtstag Nr. 1 in vier Tagen (Patentochter), Geburstag Nr. 2 in einer Woche (Patensohn), Geburstag Nr. 3 in 12 Tagen (mein Sohn), Geburtstag Nr. 4 in ca. 3 Wochen (Schwester von Patentochter) und Geburtstag Nr. 5 Ende Juli (Tochter von dritter Freundin).

Tja, was tun? In vier Tagen – nein, eigentlich in zwei Tagen, weil das Päckchen ja noch zur Post muss – schaffe ich keine Collegejacke. Ich hatte keinen Stoff, noch zwei Termine im Kalender und Sommerfest von Tochter auf dem Programm. Keine Chance. Gott sei Dank ist erst nach dem Sommer Anfang September eine große Party für Patentochter und deren Schwester geplant – da bekommen die dann ihre Jacken geschenkt. Da hab ich ja noch Zeit. Also habe ich „normale“, nicht selbstgemachte Geschenke gekauft und ab zur Post.

Aber: Collegejacke für Patensohn, der in einer Woche Geburtstag hat, das konnte ich noch schaffen. Also: zack zack, nicht lange fackeln, ran an die Maschine. Ausgedruckt hatte ich ja schon alles. Statt Größe 134 schnitt ich also Größe 146 aus. Ich verwendete den Stoff – royalblauen Baumwoll-Fleece –  den ich für meinen Sohn geplant hatte. Reicht noch für seine Jacke – an den Armen (melierter Sommersweat in grau) zwar ganz knapp, aber es reicht.

Und los gings. Und siehe da: ich schaffte doch die Jacke an zwei Tagen. Und sie ging dann sogar zur gleichen Zeit in die Post wie das Päckchen an meine Patentochter … aber wenn ich unter Druck gestanden hätte, dass die Jacke jetzt unbedingt fertig werden müsste, hätte es bestimmt nicht alles so locker geklappt.

Das Schnitt ist natürlich wieder das Herzblatt von Fred von Soho. Inzwischen hab ich es raus, wie man die Taschen schön näht und das Applizieren klappt auch immer besser. Vielleicht habe ich etwas arg knappkantig genäht, aber nun gut.

Bei der Zahl hinten drauf habe ich zehnmal überlegt, ob das Geburtsjahr nun stimmt 🙂 🙂 🙂 .

Diese Jacke wird anders rum geknöpft als die für meine Nichte – das ist doch richtig so, oder? Ist doch bei Männer und Damenschnitten auch unterschiedlich? Damenblusen und Herrenhemden werden doch auch anders rum geknöpft, oder? Auch beim Hosenschlitz… Was nun richtig ist, weiß ich nicht, ich habe mich an die Fotos von Fred von Soho gehalten 🙂 .

22.06.2017
So: Geburtstag von Patensohn! Herzlichen Glückwunsch! Päckchen ausgepackt – Beitrag darf veröffentlicht werden.

24.06.2017
Tragefotos bekommen – super, jetzt gehts online.

Die Jacke passt perfekt – ich habe ja immer wegen der Ärmellänge Angst. Am Hals vielleicht etwas weit, aber mein Patensohn ist stolz wie Oskar an diesem Tag mit der Jacke rum gelaufen. Die sieht auch einfach cool aus!

Eure Charla

Verlinkt bei made4boys Juni 2017, LunaJu Kiddikram Juni 2017

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Cnidaria: interessantes Schnittmuster

Was meint ihr wohl? Was ist das für ein Schnittmuster, dass „Cnidaria“ heißt? Ich hatte überlegt, ob es irgendwie von „to knit“ = stricken herkommt. Vielleicht auf Norwegisch oder so. Aber was hätte das dann mit einem Schnittmuster zu tun, für ein Kleid, das genäht und nicht gestrickt wird?

Nein, ganz anders. „Cnidaria“ sind „Nesseltiere“, einfach gebaute, vielzellige Tiere die im Meer leben. Schirmquallen fallen da zum Beispiel drunter oder Seeanemonen. Das Schnittmuster ist aus der akutellen Ottobre 3/2017 und heißt so, weil dort das Thema „Underwater“ für drei Doppelseiten zur Präsentation von Mädchenklamotten gewählt wurde. Das dort gezeigte Kleid „Cnidaria“ ist aus bedruckten Baumwolljersey mit … Seeanemonen drauf. Fertig, mehr nicht. Es gibt zum Beispiel noch „Mermaids“ oder „Waves“.

Ob da der Schwan zu passt?

Ich hatte das Kleid zunächst überschlagen. Ein Drehkleid, weit geschnitten, mit hoch angesetzter Taille. Die Skizze daneben habe ich mir gar nicht angeschaut. Schöne Ärmel hat es auf jeden Fall:

Allerdings brauchte ich ein schönes Schnittmuster für ein Kleid für meine Tochter. Sie verfügt nun über drei Kleider: zwei „Federleicht“ (dies und dies) und ein „Lieblingskleid„. Und diese drei Kleider sind abwechselnd in der Wäsche. Zudem ist das Lieblingskleid mit den Wendepailletten aus Sommersweat mit langen Ärmeln. Zu warm für ein richtiges Sommerkleid. Mein Tochter liebt nun Kleider – das war mir vorher gar nicht so bekannt. Wozu Probenähen nicht gut sein kann: man lernt die Vorlieben der Kinder kennen. 🙂

Ich wußte, dass Wendepailletten gut ankommen werden – daher hatte ich gleich noch Paillettenstoff in schwarz – weiß gekauft. Total klasse!

Ich hatte auch schon den idealen Stoff dafür im Kopf – leider fand meine Tochter den nicht schön… Mhm… aber der wäre so cool!!! Ich beschloss einfach, den Stoff trotzdem zu kaufen. Wenn da die Wendepailletten da drauf sind, wird meine Tochter den Stoff dann auch mögen! Und tata – da isser: der LilleStoff „Du lieber Schwan“ designed by nähwahna, Jersey, GOTS-zeritifiziert.

Eigentlich hatte ich vor, ein einfaches Shirt daraus zu nähen und den Wendepailletten-Schwan drauf zu applizieren. Fertig. Aber dafür war das Motiv auf dem Stoff zu groß, der Pailletten-Schwan wäre untergegangen. Mhm, also ein anderes Schnittmuster. Für ein Kleid, weil meine Tochter ja jetzt Kleider liebt.

Und da bin ich dann wieder auf „Cnidaria“ gestoßen: zum einen, weil das Oberteil in einem gestreiften Design ist – genauso wie ich es nun vor hatte – zum anderen, weil die Taille so weit oben ist. da ist dann schön viel von dem Schwanenstoff zu sehen. Außerdem hat das Kleid etwas Besonderes, was ich gerne mal ausprobieren wollte.

Was das ist?

Das rechteckige Rockteil. Hier einmal ausgebreitet, die Seiten sind offene Schlitze (Zitat meiner Tochter dazu: „Mama, warum hast du da das Kleid nicht zugenäht?“):

Wenn es getragen wird, hängen die Seiten wie Zipfel runter:

Was mich etwas überrascht hat: es ist durch die Schlitze an den Seiten und der Kürze des Rockes absolut Klettergerüst geeignet. Beim Hochklettern stört es nicht:

Und beim Runterrutschen auch nicht:

Am Halsausschnitt hatte mir die Streifenversäuberung nicht gefallen – zu weit, zu wenig gedehnt. Dort habe ich nachträglich ein Bündchen dran gemacht.

Fazit zu dem Schnittmuster: hhm, tja, ich weiß nicht so genau. In der Breite hatte ich zunächst in Größe 128 zugeschnitten, weil ich gelesen hatte, dass es weit ausfällt. Durch einen Fehler beim Zuschneiden musste ich dann aber in der Breite noch einmal einen Zentimeter weg nehmen – also habe ich in der Breite nun vielleicht Größe 116 und in der Länge (also Länge vom Oberteil und Länge vom Rock) Größe 134. Meine Tochter ist 135 cm groß. Von der Breite geht es nun, aber in 134 wäre es viel zu breit gewesen. Der Halsauschnitt ist sehr weit. Die Ärmel finde ich süß und das mit den überhängenden Schulter sieht auch niedlich aus. Das Oberteil ist etwas zu kurz und die Länge des Rockes auch. Da die Schlitze an den Seiten offen sind, würde ich meine Tochter ohne Legging dadrunter nicht mit dem Kleid raus lassen. Also: ein interessanter Schnitt an den man sich erst einmal gewöhnen muss.

Fazit der Tochter allerdings: „Toll! Noch eins davon, bitte!“ 🙂

Inzwischen habe ich mich auch an das Schnittmuster gewöhnt und finde es niedlich. Ich werde ihr ihren Wunsch erfüllen, Stoff habe ich schon.

Eure Charla, die immer noch nicht fertig ist mit den Wendepailletten. Aber vielleicht kommt erst einmal was anderes an die Reihe, mal sehen.

Verlinkt bei Ich näh Bio-Linkparty #31, Bio: linkparty #20/17, LilleLiebLinks #21/17, Made4Girls Mai 2017
Schnittmuster Legging: „Lilly“ von Pattydoo
Stoff: „Du lieber Schwan“ und Ringeljersey schwarz weiß, beide Lillestoff

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Endlich wieder eine Tasche!!!

Ich wollte seit einer gefühlten Ewigkeit wieder eine Tasche nähen! Ich brauche eine neue Handtasche, dringend. Aber noch dringender brauchen die Kids Shirt, ich ein Kleid für eine Feier, die Tochter ein Kleid samt passender Jacke, der Sohn ein Hemd und und und … da muss das Projekt „Tasche nähen“ erst einmal dran glauben.

Dann habe ich eine schöne Idee bei Facebook gesehen: ein Weekender – die Wochenendwegfahrtasche von Pattydoo aus ihrem Buch „Taschenlieblinge selbst gemacht“ – gefüllt mit Ballons, in denen Geld steckt als „Geschenkverpackung“. Das hat mir gefallen, da ich auch gerade eine Geldgeschenkverpackung suchte. Mein Patensohn hatte am Sonntag Kommunion und wünschte sich Geld. Wie verpacke ich das? Mhm. Eine Tasche für einen 9-jährigen ist ja ganz praktisch, der wird jetzt immer öfter mal woanders übernachten, bei den Großeltern oder bei Freunden. Da passt doch der Weekender perfekt.

Also: Projekt „Tasche nähen“ konnte beginnen, wenn auch keine Handtasche. Dafür habe ich allerdings gleich alle Materialien mitbestellt – könnte also direkt im Anschluss damit loslegen 🙂 .

Hier die Vorderseite mit Reißverschlussfach:

Und die Rückseite:

Allerdings fand ich zunächst keinen schönen Stoff. Entweder für Babys und Kleinkinder, für Mädchen, oder für Erwachsene und deren unterschiedliche Interessen: Make up, Städte, Autos, Tiere. Aber nix für einen 9-jährigen Jungen. Ich bestellte dann einen Stoff, der mir aber nicht wirklich zusagte und fing auch an. Da ging aber noch einiges mehr daneben – vielleicht berichte ich darüber noch. Ich legte die Tasche halb fertig weg – war nicht das passende. Dann noch einmal online geguckt: ja, der Stoff könnte passen, war aber nur unter „Baumwolle“ eingestellt, nicht unter „Canvas“. Ist der Stoff fest genug? Gott sei Dank ist der Laden hier in der Stadt und ich konnte ihn mir angucken. Perfekt! Canvas, schön fest! Gekauft. Sterne und blau, schön neutral und jungstauglich.

Das Nähen an sich ging recht einfach. Ich integrierte hinter der Reißverschlusstasche vorne eine extra Tasche, die oben offen ist. Man kann z.B. eine Zeitschrift oder ein Heft von oben rein stecken. Warum das nicht gleich im Schnittmuster mit drin ist, verstehe ich nicht.

Statt D-Ringe verwendete ich Dreieck-Ringe – passen gut zu den Sternen und ich finde sie sinnvoller als D-Ring: der Haken bleibt dort, wo er hin soll und rutscht nicht zur Seite.

Probleme hatte ich allerdings zum Schluss mit den Reißverschlussenden. Ich hatte recht stabilen Canvas mit H520 gefüttert. Als Futter habe ich Nesselstoff verwendet. Durch diese Lagen, jeweils doppelt gelegt, plus 4 (in Worten „vier“!) Lagen Gurtband sollte die Nadel durch! Und dazu noch ein breiter Metallreißverschluss, wo ich ständig am Handrad drehen musste, damit die Nadel nicht auf die Zinken trifft. Da ging gar nichts mehr! Zwei Nadel kaputt und zum Schluss ein fast loses Ende, an dem der Karabinerhaken saß. So ein Mist aber auch. Grübel grübel und studier, schlau gefragt, und zum Schluss zum einen ein breiteres Gurtband genommen, damit es rechts und links neben dem Metallreißverschluss noch ordentlich fest genäht werden kann. Zum anderen das Gurtband nur dreilagig genommen: auf der Unterseite habe ich es nicht eingeschlagen – da guckt man ja eh nicht hin 🙂 . War immer noch schwierig zu nähen, aber irgendwie ging es. Uff. Sieht sogar noch gut aus bei der ganzen Pfuscherei 🙂 :

Eure Charla, die gerade so viele Projekte im Kopf hat, dass die Handtasche jetzt erst noch warten muss

Verlinkt bei creadienstag #280, HoT #101 und TT-Taschen und Täschchen

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„Federleicht“ mit Taillenbündchen

Heute zeige ich Euch nun Kleid „Federleicht“ Nr. 1  vom Probenähen für Julia von Textilsucht. Kleid „Federleicht“ Nr. 2 habe ich euch hier schon gezeigt – dort hatte ich gesmokt. In der Anleitung ganz super erklärt und wirklich einfach zu nähen.

Hier die Version mit Bündchen statt gesmokter Taille. Beides ist möglich – hier hatte ich allerdings zwei Stücke Stoff, so dass ich stückeln musste und mir nur diese Variante übrig blieb 🙂 . An der Stelle, wo sonst gesmokt wird, wird ein schmaler Streifen aus dem gleichen oder einem Kontraststoff gedehnt angenäht – so kräuselt sich das Kleid dann auch leicht. Ich habe hier etwas zu wenig gedehnt, es könnte sich etwas mehr kräuseln.

Auch ist dieses Kleid etwas länger als in der Endversion, es wurde auf letztendlich knielang gekürzt – sieht einfach besser aus. Aber meine Tochter wollte es gerne so lang lassen.

Hier auf dem Foto von hinten seht ihr, dass durch das engere Bündchen der Stoff darüber etwas nach oben geschoppt wird.

Der Stoff ist von Lillestoff, „Pear Tree“, GOTS zeritfiziert, total süß. Ich habe versucht, auf das Muster zu achten, daher fällt der Bündchenstreifen gar nicht so doll auf. Man könnte hier mit Kontrasten arbeiten, richtigen Bündchenstoff oder auch eine Kordel einziehen – im Probenähen sind die unterschiedlichsten Ergebnisse bei raus gekommen. Schaut einfach mal hier bei den Designbeispielen.

Das Schnittmuster gibt es bis morgen noch zum Einführungspreis bei Textilsucht.

Eure Charla, die nun einen ganzen Stapel an kurzen Hosen nähen muss – mein Sohn hat seinen Stapel vom letzten Jahr durch probiert und mehr als die Hälfte passt nun wirklich nicht mehr…

Verlinkt bei Ich näh Bio #31, Bio: Stoffe Linkparty #19/17, Made4Girls Mai 2017 und LilleLiebLinks #19

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Lange Reise bis zum „Lieblingskleid“

Kennt ihr das auch? Während ihr an einem Nähprojekt sitzt schwirren euch lauter Gedanken durch den Kopf, was als nächstes genäht wird. Und wenn dann das Projekt fertig ist und man sich dem neuen widmen kann: erst einmal gähnende Leere!

Oft brauche ich dann erst einma zwei drei Tage Nähpause, bis ich wieder einsteigen kann. Auch muss ich häufig über ein Projekt erst einmal nachdenken: wie genau mache ich das? Ist meine erste Idee wirklich die beste? Gibt es noch andere Möglichkeiten. Oft ist es dann so, dass ich am nächsten Morgen dann die rettende Idee habe oder das gefunden habe, was das Projekt erst richtig toll macht.

Es kommt sehr oft vor, dass ich bestimmte Projekte einfach nähen muss, weil der Bedarf da ist oder mir ein Termin im Nacken sitzt. Ein Geschenk das fertig werden muss, der Termin für die Feier, wo dieses Cocktailkleid fertig sein musste oder die Kommunion, für die ich dieses Hemd, das Federleicht-Kleid und die „Strickjacke“ genäht habe, standen natürlich schon lange fest, oder ganz einfach: es fehlten Unterhosen! Dann gibt es kein wenn und aber, dann kommt genau dieses Projekt an die Reihe und fertig.

Diesmal war es anders. Diesmal konnte ich mir etwas von meiner To-Sew-Liste aussuchen. Hier schon einmal das Endprodukt:

Bevor ich anfing dieses „Lieblingskleid“ von Fred von Soho zu nähen, hatte ich erst einmal einen kleinen Hänger. Ich wußte zwar so einiges, aber es war alles noch so schwammig:

  1. ich wollte eine Applikation mit Paillettenstoff machen,
  2. es sollte ein Kleid oder ein langer Pulli für meine Tochter werden und
  3. ich hatte drei verschiedenen „Hauptstoffe“ zur Auswahl.

Aber was genau wie und warum und überhaupt?

Ich fragte meine Tochter: „Soll ich dir ein Kleid mit langen oder mit kurzen Ärmeln nähen? Oder lieber ein längeres Shirt?“
Tochter (sehr bestimmt): „Kleid mit langen Ärmeln!“

Also kamen zwei Stoffe in die engere Auswahl, beides Sommersweat. Den Jersey hebe ich mir für was kurzärmliges auf. Ich wählte dann diesen Sternenstoff, weil es das erste Mal ist, dass ich Wendenpaillettenstoff appliziert habe. Da ist es sinnvoller, ein einfaches Motiv mir geraden Kanten zu wählen – dachte ich mir. Keine Rundungen, wie es bei dem anderen Stoff der Fall gewesen wäre.

Und das ist mir – hier muss ich mich jetzt mal selber loben, ähem – unglaublich gut gelungen! Ich habe am Rand alle Pailletten mit einer feinen Schere abgeschnitten (uff, das war eine Arbeit!) und den so „frei gewordenen“ Stoff mit einem engen Zick-Zack-Stich (wie üblich beim Applizieren) aufgenäht. Man könnte auch über die Pailletten hinweg nähen – die halten das aus – aber dann lassen sie sich an dieser Stelle nicht mehr wenden. So wie ich es gemacht habe, kann man alle bis zum Rand hin von Gold in Silber verwandeln. Vliesofix vorher drunter gebügel, Stickvlies unter alles gelegt – alles ganz einfach.

Also: Stoff gefunden. Aber: welches Schnittmuster? Ich klickte durch meine Ebooks, das eine kam nicht in Frage, weil es eher für Jersey gedacht ist. Das andere ist ein Longpulli – sie wollte ja ein Kleid. Zum Schluss hatte ich zwei in der näheren Auswahl. Das Los fiel auf das Lieblingskleid von Fred von Soho, weil ich im Lookbook das Kleid von Birgit von „selbermachen macht glücklich“ so toll fand. So ähnlich will ich es auch machen! Hier ist meine Version:

Ich wählte für den Rockteil Summerjeans von Lillestoff, von dem ich mir mal extra mehr gekauft habe. Ich liebe den Stoff. Da wird noch mindestens eine Hose von genäht, wenn es passt auch zwei. Am Saum mit Sternchenzierstich abgesteppt – was war ich happy, dass der Stoff sich nicht verzogen hat, sonst hätte ich total krumm und schiefe Sterne bekommen.Der rosa Sternchenglitzerstoff ist Sommersweat, ich glaube aus dem örtlichen Stoffladen. Den Wendepaillettenstoff habe ich von Stick & Style – hat nicht mehr jeder Laden, der große Run darauf scheint vorbei zu sein. Aber mein Tochter liebt ihr Kleid , da war ich mir von Anfang an so etwas von sicher! Die Hände stehen nicht still. Da ist es egal, ob das nicht mehr „in“ ist!

Mal in Gold:Und schwuppst – mal in Silber:

Leider leider ist es doch enger als ich gedacht habe. „Bequem sitzen“ heißt es im Ebook und „Größenwahl richtet sich nach Körpergröße“. Okay, Kind ist 135 cm groß, das Kleid soll nicht wie ein Sack an ihr hängen und es sieht auf allen Bildern recht weit aus. Also wählte ich Größe 134. Allerdings stand im Ebook auch „liegt das Kind zwischen zwei Größen IMMER die Größere wählen“. In Großbuchstaben und fett! Hätte ich mir das zu Herzen nehmen sollen? 🙂

Es passt, aber es hätte etwas weiter und länger sein können. Auch musste ich die Ärmel um 7 cm verlängern (ich habe dort ein Bündchen angenäht) und am Hals den Beleg wegschneiden und ebenfalls Bündchen annähen. Beide Lösungen passen gut zu dem sportlichen Look, den das Kleid durch den Lagenlook an den Ärmeln bekommen hat. Nur Sternchenstoff war mir zuviel.

Ich finde dieses Schnittmuster schreit nach einer großen Applikation, weil oben soviel Stoff ist. Das bringt Harmonie rein… hach, jetzt werde ich aber ganz schön … wie auch immer … ich freue mich einfach über das tolle Kleid und dass meine Tochter so begeistert ist.

Ich habe sogar ein bißchen gehübscht, aber nur, weil die eine Kellerfalte partou nicht so wollte wie ich. Zweimal aufgetrennt, zweimal auseinander gerutscht. Dann waren da soviel Nähte drum rum, dass ich keine Chance mehr zum Ausbessern hatte. Also: Schleifchen und Sternenknopf drüber 🙂 .

Was ich lustig finde, dass mein Töchterchen den Rockteil so schön findet. Den ganzen Tag drehte sie sich und zuppelte dran rum – vielleicht sollte sie doch mehr Röcke und Kleider tragen?

Eure Charla, die nun wieder nicht weiß, was als nächstes genäht werden soll, so viel schwirrt in meinem Kopf herum…

Verlinkt bei creadienstag #279, HoT #100, Made4Girls Mai 2017

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Mit „Federleicht“ zur Kommunion

Die Kommunion meines Patensohnes steht an und da möchte die Familie sich etwas heraus putzen. Sohn hat schon dieses schöne Hemd bekommen, das seit der Fertigstellung im Schrank hängt, damit ihm auch ja nichts passiert.

Vater trägt sowie nur Hemden – da wird er ein passendes finden. Vielleicht mit einer Anzugshose statt der üblichen Jeans.

Mutter – also ich – hat ein angefangenes Kleid hier liegen, das nur noch gesäumt werden muss. Vielleicht wird aber auch einfach eins der anderen aus dem Schrank angezogen, mal sehen.

Und Tochter? Hhm, Tochter – ja, was zieht sie denn an? Sie trägt entweder Jeans und Shirts oder Leggings und eine längere Tunika oder Longpulli oder so. Röcke? Hhm, ja, sie hat drei Stück, bereits seit drei Jahren, die immer mal wieder getragen werden. Anfangs knielang, nun Miniröcke – zu Leggings sehr schön.

Kleider? Ja, jetzt 🙂 :

Vorher lautete die Antwort: „Kleider? Nein, keins was ihr passt.“

Zu ihrer Taufe hatte ihre Patentante ein ganz tolles genäht, aber das ist fünfeinhalb Jahre her 🙂 . Das Blumenkindkleid von 2015, mit dem ich den Grundstein für meine Nähkarriere gelegt habe, passt ihr natürlich auch nicht mehr. Aber ein Kleid zu der Kommunion wär doch nett… und schwupps, kaum gedacht, las ich den Probenähaufruf von Julia von Textilsucht für das Kleid Federleicht mit gesmokter Taille – sah schön aus. Nicht zu fein, so dass man es auch im Alltag tragen kann, aber durch das gesmokte fein genug für die Kommunion. Beworben, abgewartet und ja, ich durfte Julia auch hierbei unterstützen. Herzlichen Dank dafür.

Ich habe zwei Kleider genäht – hier Kleid Federleicht Nr. 2, das dann auch bei der Kommunion getragen werden wird. Federleicht ist schnell zu nähen und wirkt besonders schön mit leicht luftig fallenden Stoffen. Ich habe diese Kleider aus Jersey genäht, was auch sehr gut fällt. Das Smoken war bei mir Premiere, aber dank der tollen Anleitung hat es auf Anhieb geklappt – nun ja, nicht ganz, aber den Fehler den ich gemacht habe, könnt ihr nun nicht mehr machen: Julia hat – weil ich so blöd war – einen extra Absatz an die Stelle im Ebook aufgenommen, was man auf keinen Fall tun sollte! Haltet euch daran! Zweiter Tipp: zieht nicht zu fest am Smokgummi, sonst ist es unbequem – der gesmokte Teil sollte auf etwa Taillenbreite eures Kindes gezogen werden.

Ihr bekommt das Schnittmuster bis Freitag noch bei Textilsucht zum Einführungspreis. Schöne Designbeispiele findet ihr hier. Wer sich das smoken nicht zutraut (aber ehrlich: keine Angst, wirklich nicht schwer und super erklärt) der kann auch ein Bündchen an der Stelle nähen. Das habe ich bei Kleid Nr. 1 gemacht, was ich euch morgen zeigen werde.

Der Stoff ist von Lillestoff, von enemenemeins, „Birdy love Kombi“, GOTS-zertifiziert und damit gehts geschwind zu den Bio-Linkpartys. 🙂

Lustigerweise hat meine Tochter nun den Geschmack an Kleidern gefunden – ich habe ihr bereits ein weiteres genäht, zwar kein Federleicht, aber ein Kleid. Dazu bald mehr.

Eure Charla, die gleich noch eine passende „Stickjacke“ aus Jersey dazu genäht hat – die folgt in einem Extrabeitrag

Verlinkt bei creadienstag #279, made4girls Mai 2017, Ich näh Bio-Linkparty #31 von Keko-kreativ und Bio: Linkparty #19/17 von selbermachen-macht-glücklich sowie LilleLiebLinks #19

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Mein zweites Hemd – nachdem das Brett vor dem Kopf weg war ging es ganz einfach!

Vor genau einem Jahr habe ich mein erstes Hemd genäht – am 2. Mai 2016 habe ich darüber hier berichtet. Wie ist es diesem Hemd ergangen? Nun ja: es hing im Dunklen. Im Kleiderschrank. Plötzlich hatte mein Sohn keine Lust mehr Hemden zu tragen. Grmpf. Da macht man sich die Mühe – irgendwie hatte ich in Erinnerung „war doch gar nicht schwer“ , aber nachdem ich mir meinen Beitrag vom letzten Jahr noch einmal durch gelesen habe, schien ich wirklich ganz schön Mühe mit dem Teil gehabt zu haben – und dann wird es nicht getragen. Aber vor ein paar Wochen, da zeigte er auf das Hemd und meinte: „Das will ich anziehen!“ Na toll, jetzt erst. Ihr könnt euch vorstellen: zu klein!

Es sitzt nun recht eng und ist viel zu kurz, aber die Ärmel, die passen noch. Wenigstens etwas 🙂 . Dennoch: anziehen kann er es nicht mehr. Also nähte ich ein Neues. Und zu meiner größten Freude (Freutag!) passt es wie Faust aufs Auge.

Es kam eins zum anderen:
1. mein Sohn wollte wieder Hemden anziehen,
2. mein Mann gab mir eins von seinen, ob ich die Tasche reparieren könne (konnte ich nicht, er war hängen geblieben und die Tasche war komplett an beiden Seiten aufgerissen und zerfranst),
3. in drei Wochen ist die Kommunion meines Patensohnes, wo die komplette Familie etwas heraus geputzt erscheinen möchte und
4. hatte ich soeben die Ottobre 1/2016 am Kiosk in einer Doppelausgabe gekauft – und siehe da: auf Seite 4 ist ein tolles Hemd!

Also: ein Hemd für den Sohn aus Papas alten Hemd, nach dem Ottobre-Schnittmuster. Das alte Schnittmuster von meinem ersten Hemd war zu weit für meinen schmalen Sohn und weil ich das Gefühl habe, dass er in dem Jahr viel mehr in die Länge als in die Breite gewachsen ist, wollte ich einen neuen Hemdschnitt ausprobieren. Da kam die Ottobre gerade recht. Der Clou an diesem Schnittmuster: der Kontraststoff am Kragen, den Manschetten, am Ärmelschlitz und an der Knopfleiste:

Recycling pur. Zwei Hemden vom Papa wurden angeschnitten. Sogar die Knöpfe habe ich wieder verwendet – die sind von dem grauen Hemd. Es war eine ganz schöne Friemelei, alle Schnittteile aus dem karierten Hemd heraus zu bekommen. Ich habe Größe 128 genäht – für eine Nummer größer wird Papas Hemd nicht mehr zu verwenden sein. Die Tasche habe ich abgetrennt und wieder verwertet, nur ein bißchen schmaler geschnitten Die Stelle, wo die Tasche ursprünglich angenäht war, ist ein bißchen durchlöchert – ich hoffe, das verschwindet noch ein bißchen.

Ich überlegte, ob ich z. B. die Manschetten übernehmen könnte, aber das war zum einen zu viel Friemelei, zum anderen sollten die Innenseiten ja aus Kontraststoff genäht werden.

Ich finde das Design mit dem Kontraststoff ganz schön – es ist dadurch etwas aufgelockerter. Aber damit fing der Kampf an: ich verstand noch nicht einmal, was ich woraus ausschneiden sollte und wie dann die Knopfleisten genäht werden sollten. Eine große Fragerunde in der Facebook-Ottobre-Gruppe began: und siehe da. Ich bekam Hilfe. Ich konnte meine Fragen stellen und bekam ausführlich Antwort und einen Link auf ein YouTube-Video. Super! Herzlichen Dank für die Hilfe!

Zum Schluss nähte ich dann nach der Anleitung aus der Ottobre (Schritt für Schritt und alles genau lesen, dann verstehe auch ich diese Anleitungen), nach Ebook des ersten Hemdes (Hemd Oskar von ki-ba-doo) und nach dem YouTube-Video von Marina Brumpton („How to sew a shirt“). Grandios! Ich habe es sogar gewagt, die hintere Passe doppelt zu legen, damit die Nähte verschwinden – das war ursprünglich nicht vorgesehen.

Die einzelnen Schritte:

  1. Knopfleiste nach Ottobre-Anleitungn und Erklärung aus der Facebook-Gruppe: einfach! Eine Streifenversäuberung und ein einfacher Beleg.
  2. Tasche annähen. Mit Hilfe des Videos: einfach!
  3. Kragen vorbereiten: nach Ottobre-Anleitung und Video: einfach!
  4. Kragen zusammen und annähen: nur nach Ottobre-Anleitung, weil mein Computer blockiert war. Tochter lernte „Wie-Wörter“  mit dem Lernprogramm. Aber, oh Wunder, nach ganz genauem Durchlesen und Vorstecken war auch das: einfach! Allerdings hatte ich einen Tag zuvor mal in das Video „reingeschnuppert“ und war zufällig beim Kragen gelandet. Das hatte ich mir also schon angeguckt und das war sehr hilfreich
  5. Ärmelschlitz: Erst nach Anleitung vorbereitet und dann Video geguckt. Schade, ich hatte vier Schnitte zu viel gemacht, das Video konnte mir nicht mehr helfen. Also doch die Anleitung. Gelegt, gesteckt, gebügelt … hmh. Nicht mehr einfach. Nachgelesen, Bilder angeguckt, Bilder nicht verstanden, nach „Gefühl“ gesteckt und überlegt wie es hinterher aussehen muss – genäht. Fertig. Nicht ganz einfach, aber wenn man das Prinzip verstanden hat ist das auch machbar.
  6. Ärmel einsetzten. Hier kam zum ersten Mal der Nahttrenner zum Einsatz. Den zweiten Ärmel hab ich falsch herum, rechts und links vertauscht, angenäht. Ein Tipp: bevor ihr absteppt prüft ob alles richtig ist!!! 🙂 Außerdem hatte ich die Kante nicht versäubert – habe ich im Nachhinein mit einem ganz kleinen ZickZack-Stich gemacht, ich hoffe, das hält.
  7. Manschetten annähen: nur nach Video gemacht. Die Anleitung aus der Ottobre hat mir nicht weitergeholten, weil der Ärmel zu breit war und ich eine Falte legen musste. Bei dem Hemdenschnitt im Video war eine Falte von Anfang an vorgesehen, da wurde genau gezeigt, wie die gelegt werden musste. Wie sollte das nach der Ottobre-Anleitung funktionieren? Da war kein Wort von „Falte legen“, aber zuviel Stoff hatte ich, das stand fest.
  8. Saum abketteln und umnähen: einfach.
  9. Knopflöchter und Knöpfe annähen: hier gab mir das Video, das ich wirklich empfehlen kann, hilfreiche Tipps, wo genau die Knöpfe plaziert werden sollen und wie man am besten die Knopflöchter anzeichnet.

Und dann war es fertig. Einen Abend habe ich für das Zuschneiden und Fragen stellen gebraucht, einen Tag zum Nähen und am zweiten Tag mussten nur noch die Manschetten, die Knopflöcher und die Knöpfe ran.

Die Anprobe wurde tagsüber kategorisch verweigert, aber abends wurde dann Fashionshow gemacht: Das Hemd passt wie Faust aufs Auge!!! Das ist so grandios, ich freue mich tierisch! Und was mir total gut gefällt: jetzt läuft er wirklich wie Papa rum! Er will das Hemd gleich morgen anziehen.

Eure Charla, die hofft, dass dieses Hemd etwas länger hält: der Stoff ist so hauchdünn, der wird bestimmt bald irgendwo einreißen 😦

Verlinkt bei Kiddikram Mai, Made4Boys, Freutag #203 und Upcycling Linkparty Mai

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Zweite Weste fertig!

Das ging ja jetzt schnell! Das „Zu Ende nähen“ der zweiten Weste – nicht das Erstellen und Posten dieses Beitrages. Ich bekam keine Fotos!  Die Weste wurde schon ganz oft getragen, aber nie hatte ich die Möglichkeit Fotos zu machen. Aber gestern, bei unserem 1. Mai-Ausflug – da sorgte ich extra dafür, dass mein Sohn die Weste anzog. Daher bekommt ihr jetzt perfekte Ausflug-Fotos – die Frage: wo waren wir? 🙂 Leider alle Fotos nur mit dieser Kuscheljacke darunter, die blöderweise auch blau ist, aber ich denke, man erkennt die Weste.

Die erste Weste – aus diesem Beitrag – hatte mich ja etliche Nerven gekostet und mir total die Lust genommen, mich an die zweite Weste – die für meinen Sohn – zu wagen. Aber Stoff und Reißverschluss hatte ich schon gekauft, er braucht auch eine – seine alte ist zu klein – und daher musste ich wohl oder übel ran.

Die Außenweste hatte ich schon fast fertig, als ich den Beitrag über die Weste für meine Tochter schrieb. Sterne vorne und auf dem Rücken waren auch schon appliziert.

Nur noch die Seitennaht schließen. Innenteil wurde schnell zusammen genäht, war schon alles fertig zugeschnitten. Dann noch den Reißverschluss einnähen, was hier auch einfacher war, weil ich ihn nicht kürzen musste und einfach so wie er war, einsetzten konnte.

Dann kam das Saumbündchen dran. Aber jetzt hatte ich es ja schon einmal gemacht, also wußte ich, wie es geht. Wieder eine Friemelarbeit, die man bestimmt etwas sorgfältiger und damit schöner hinkriegen könnte – aber darauf kam es bei dieser Weste nicht an. Hauptsache schnell fertig 🙂 .

Zum Abschluss die Innenjacke mit der Außenjacke an den Ärmellöchern verbinden. Auch hier hatte ich es ja schon gemacht – zweimal (= zwei Armlöcher an einer Weste 🙂 ) sogar! Dennoch steppte ich erst vor, drehte alles um um zu sehen, ob es richtig war, und nähte dann erst mit einem Overlockstich die Naht richtig. Beim zweiten Armloch kam ich in die Versuchung, direkt richtig mit dem Overlockstich zu nähen – verwarf es dann aber. Ich neige dazu, die Arbeiten am Schluss schnell fertig stellen zu wollen – aus Ungeduld oder wie hier „keine Lust mehr“ – aber dadurch schleichen sich leicht Fehler ein. Hier diesmal nicht, aber das weiß man ja nicht vorher 🙂 .

Und tata: die zweite Weste ist fertig. Gott sei Dank.

Eure Charla, die jetzt schon wieder an anderen Projekten sitzt. Die To-Sew-Liste ist sooo laaaang!

Verlinkt bei Kiddikram Mai 2017, Made4Boys Mai 2017, creadienstag #277 und HoT #98

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